Hartmann warnte vor den ewig Gestrigen.

Gedenken an die KZ-Befreiung Dachau vor 74 Jahren

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Gedenken an die KZ-Befreiung Dachau vor 74 Jahren.
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Dachau - Hartmann warnte vor den ewig Gestrigen.

An die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau vor 74 Jahren erinnerten Überlebende und Angehörige am vergangenen Sonntag. 

Von 1933 bis 1945 waren im KZ-Dachau und in den vielen Außenlagern mehr als 200 000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41 500 Menschen wurden ermordet oder starben durch Krankheit, Hunger, Zwangsarbeit oder medizinische Experimente. Am 29. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Überlebenden. 100 Kränze mit verschiedensten Blumen und Schleifen stehen aufgereiht am ehemaligen Appellplatz der KZ-Gedenkstätte Dachau. Später werden sie am Internationalen Mahnmal niedergelegt. Die Vielfalt der Kränze soll symbolisch die Vielfalt der Menschen zeigen, die heute in Deutschland friedlich zusammenleben. 

Dennoch warnten alle Redner und Zeitzeugen vor Fremdenfeindlichkeit und erstarktem Rechtspopulismus in der ganzen Welt. Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann warnte vor den ewig Gestrigen in ganz Europa. „Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus haben in Teilen der Gesellschaft Fuß gefasst und NS- und KZ Verbrechen werden verharmlost“, sagte Hartmann. Demokratie mit international verankerten Menschenrechten müssten fortdauernd geschützt und ausgestaltet werden. Er bedankte sich bei Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau sowie bei ihren Mitarbeitern und Referenten, die bei Auftritten und Provokationen von Rechten besonnen und couragiert reagierten. Hammermann zitierte in Ihrer Ansprache auf dem Appellplatz den französischen Zeitzeugen Joseph Rovan, der sich als Bürger Europas fühlt: „Auf unserem Kontinent hat künftig jeder Mensch zwei Vaterländer – das seine und Europa“. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, verwies bei der Gedenkstunde am jüdischen Mahnmal, auf die vergangenen Jahre, die gezeigt hätten, wie leicht demokratische Freiheiten bedroht sein könnten. Derzeit sei eine Verharmlosung des Nationalsozialismus und seiner Vernichtungspolitik zu beobachten, stellte General Jean-Michel Thomas, Präsident des Comité International de Dachau (CID) fest. Thomas mache sich Sorgen um die Demokratie in Europa. Kultusminister Michael Piazolo erklärte, Bayern würde auf eine aktive Erinnerungsarbeit setzen. „Fremdenfeindlichkeit und Extremismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“. Er zähle auf Europa. Die europäische Einigung wäre ein Friedensprojekt, das es so noch nie gegeben hätte. Piazolo appellierte vor dem Hintergrund der Europawahlen an alle, wählen zu gehen und gemeinsam dafür einzustehen, dass derartige Verbrechen wie zu der NS Zeit nie wieder geschehen dürfen.

roc

Quelle: Dachauer Rundschau

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