Die Gedenkstätte Dachau zählt jedes Jahr über eine Million Besucher.

Gedenkstätte soll erweitert werden

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Nun ist es offiziell: Die Gedenkstätte Dachau leistet einen wichtigen Beitrag für die Erinnerungskultur in Bayern und Deutschland und soll deshalb erweitert werden.

Dachau - Die Erinnerungskultur in Dachau soll weiter gefördert werden. Das beschloss nun auch der Bayrische Ministerrat.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau wird zu einem europäischen Mahn-, Gedenk- und Erinnerungsort aufgewertet, von dem aus klar und deutlich die Botschaft des „Nie wieder“ in die gesamte Welt getragen wird. 

Der Bayerische Ministerrat hat sich am vergangenen Dienstag, 21. Januar, mit der Gedenk- und Erinnerungsarbeit befasst und wichtige Entscheidungen getroffen. In dem Beschluss heißt es wörtlich: „Von besonderem Interesse für die Weltöffentlichkeit ist die KZ-Gedenkstätte Dachau als zentraler Opferort. Mit der Neugestaltung der Ausstellungen, Maßnahmen der Sanierung und unter Einbezug bislang nicht berücksichtigter Teile des historischen Areals soll ein europäischer Gedenk- und Erinnerungsort entstehen, an dem die Gesamtgeschichte der Konzentrationslager in einzigartiger Weise aufgearbeitet und ihrer Opfer gedacht wird.“ „Rund eine Million Menschen besuchen Jahr für Jahr die KZ-Gedenkstätte Dachau. Nur Schloss Neuschwanstein und das Deutsche Museum in München haben in Bayern mehr Besucher. 

Dies ist Anspruch und Verpflichtung zugleich, in pädagogisch wertvoller Weise eingängliche Informationen über den beispiellosen Tabubruch zu liefern, der sich hier ereignet hat“, betonte MdB Katrin Staffler noch im Dezember (Die DACHAUER RUNDSCHAU berichtete). „Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, braucht die Gedenkstätte zusätzliche Seminarräume. Hierzu sollten Gebäude, die bisher von der Bayerischen Bereitschaftspolizei genutzt werden und an die Gedenkstätte angrenzen, in diese einbezogen werden. Die nachgebauten Baracken sind schon deutlich in die Jahre gekommen. Auch das Areal des so genannten Kräutergartens muss mittel- bis langfristig für die pädagogische Arbeit nutzbar gemacht werden. Wir brauchen ein tragfähiges Zukunftskonzept und müssen dieses dann Schritt für Schritt umsetzen. Alles in allem sprechen wir hier von einem Investitionsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe. Dazu gehört auch die Verstärkung der wissenschaftlichen Seite. 

In Dachau sollte sich eine Dependance der Ludwig-Maximilians-Universität München ansiedeln – zur weiteren Intensivierung von Forschung und pädagogischer Arbeit. Weil es im Landkreis Dachau bisher keinerlei universitäre Einrichtungen gibt, wäre dies ein deutliches Signal“, erklärte MdL Bernhard Seidenath. Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, zeigt sich über diesen Fortschritt erfreut: „Wir haben im vergangenen Jahr intensiv an der Konzeption gearbeitet. An der Schwelle zu einem Zeitalter ohne Zeitzeugen bietet sich nun die historische Chance einen modernen und zukunftsfähigen internationalen Lern- und Gedenkort zu gestalten. Für meine Mitarbeiter und mich ist die Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung zugleich ein Zeichen der Anerkennung für die geleistete Arbeit und Auftrag für die konsequente Weiterentwicklung der Gedenkstätte als zentraler Erinnerungsort an die Opfer des KZ-Systems.“ 

Die KZ-Gedenkstätte Dachau wurde 1965 auf Betreiben ehemaliger Häftlinge des KZ Dachau eingerichtet. Im Jahr 2003 wurde die Dauerausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude eröffnet.

Quelle: Dachauer Rundschau

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