TSV Dachau 1865

Die Ära Jahnstraße geht zu Ende

TSV Dachau 1865 bekommt ein neues Areal östlich der Theodor-Heuss-Straße
+
Sportgelände an der Jahnstrasse mit angrenzendem Wohngebiet

Dachau  - Der Bau- und Planungausschuss der Stadt Dachau hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, das bisherige Stammgelände des TSV Dachau 1865 auf ein neues Areal östlich der Theodor-Heuss-Straße zu verlagern.

Der Bau- und Planungsausschuss stützt seine Entscheidung auf ein immissionsschutzrechtliches Gutachten der Fachfirma Steger & Partner vom Dezember 2014, das die Stadtverwaltung im Auftrag des Stadtrates erstellen ließ.

Das Gutachten bewertet neben der Lärmbelastung am Stammgelände des TSV in der Jahnstraße vor allem den Neubau einer Dreifach-Sporthalle auf diesem Gelände. Das schriftliche Urteil der Fachfirma klingt eindeutig: „Der Bau und die Nutzung einer dreifach-Sporthalle ist immissionsschutzrechtlich möglich, sofern starke Beschränkungen in Kauf genommen werden. Eine optimale Nutzung ist nicht möglich“.

Gertrud Schmidt-Podolsky, dritte Bürgermeisterin, äußert sich im Gremium zu diesen Einschränkungen: „Für eine Stadt, die ständig wächst, ist es notwendig, viele gute Sportmöglichkeiten im Angebot zu haben.“ Dies sei mit diesen Einschränkungen nicht machbar.

Das Lärmschutzgutachten für den laufenden Sportbetrieb überschreite mit den ermittelten Schallwerten die erlaubten Grenzen, urteilt Steger. Als Beispiele nannte er den Spielbetrieb eines Ligaspiels der ersten Mannschaft mit Beteiligung von 500 Gästen oder das gleichzeitige Nutzen einzelner Spielflächen auf dem Gelände zu Trainingszwecken sowie sportliche Veranstaltungen die sich bis in die vorgeschrieben Ruhezeiten hinein ausdehnen. Die An- und Abfahrten zum Sportgelände und zum Sportplatz bewertet Steger in seinem Gutachten eher als unkritisch, da die errechnete Zumutbarkeitsgrenze in der Jahnstraße von bis zu 2400 Fahrzeugen nicht erreicht werde. „Die Wahrnehmung der Anwohner ist bekanntermaßen eine andere“, schob Steger im Gutachten nach.

Angesichts dieser Erkenntnisse war ein grundsätzliches Einverständnis der Gremiumsmitglieder zur Umsiedlung des Vereins zu erkennen, die daraufhin folgenden Beschluss fassten: Die Entwicklung des Stammgeländes an der Jahnstraße wird nicht weiterverfolgt. Die Verwaltung, die Stadt Dachau, wird beauftragt, weitere Schritte zur Verlagerung des TSV Dachau 1865 baldmöglichst vorzubereiten.

Lediglich Kai Kühnel, zweiter Bürgermeister, wollte zunächst in einer Art Rückversicherung für den Verein im ersten Satz des Beschlusses das Wort - wird „vorübergehend“ nicht weiterverfolgt - eingefügt wissen.

Gertrud Schmidt-Podolsky konterte mit der Antwort : „Fatales Signal!“

OB Florian Hartmann mahnte in einem Schlusssatz, dass das Wort „baldmöglichst“ in Bezug auf den Zeitpunkt der Verlagerung keine voreilige Erwartung wecken dürfe. Er fügte hinzu: „Es gibt noch wichtige Punkte, wie Eigentumsrechte oder Finanzierung, die es zu knacken gilt.“

mar

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Vatertagsimpfen“ ohne Prioritätsnachweis
„Vatertagsimpfen“ ohne Prioritätsnachweis
Buchhandlung Wittmann in Dachau macht Schluss
Buchhandlung Wittmann in Dachau macht Schluss

Kommentare