Die Umwelt

Gemeinderat von Hebertshausen beschließt das Ökokonto zu füllen und einen Abschnitt des Kalterbachs zu renaturieren 

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Der Oberlauf des Kalterbachs ist schon heute ein Paradies für Pflanzen und Tiere – nun soll ein kleiner Abschnitt am Unterlauf renaturiert werden.

Hebertshausen  - Die Amper-Kommune engagiert sich für die Umwelt.

Deswegen stellte der Gemeinderat bei seinem letzten Treffen vor der Sommerpause zwei Projekte vor, die Nachhaltigkeit zum Ziel haben. So wird der interkommunale Verein Dachauer Moos (VDM) ein Renaturierungsprojekt am Kalterbach durchführen, ähnlich wie schon vor einigen Jahren bachaufwärts in der Nähe des Obergrashofs. Außerdem sollen die kommunalen Waldflächen so umgestaltet werden, dass sie auf as Ökokonto der Gemeinde gut geschrieben werden können. VDM-Geschäftsführer Robert Rossa und der kommunale Naturschutzbeauftragte Dr. Martin Baars, stellten das Kalterbach-Projekt vor. Dabei soll ein 25 Meter breiter Uferstreifen auf der Ostseite des Amperzuflusses renaturiert werden. Die Gemeinde besitzt nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Haimhausen rund 1,5 Hektar Grund, direkt am Kaltenbach. Gegenwärtig ist das Areal verpachtet und wird als Ackerfläche genutzt. „Die Gemeinde kann mit der Renaturierung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, erläuterte Rossa: für den Natur- und Klimaschutz aktiv sein und dabei ihr Ökokonto auffüllen. Dazu reiche es, die Restackerfläche von 1,28 Hektar in eine extensive Wiese zu verwandeln, ohne dass die Gemeinde viel Geld in die Hand nehmen muss. 

Denn der VDM kann das Projekt mit Fördermitteln fast vollständig finanzieren, einschließlich der Unterhaltskosten. Das Ziel ist es laut Baars, dem Kalterbach die Möglichkeit zu geben, auf einer Breite von rund 25 Metern Ausbuchtungen und flache Uferbereiche zu bilden – so wie der Bach bis vor rund einhundert Jahren aussah, bevor er begradigt wurde. Seltene Pflanzen und Tiere würden sich wieder ansiedeln, laut Baars. Auch Fischarten wie die Forelle würden von der Renaturierung profitieren. Bürgermeister Richard Reischl lobte das Projekt: Hebertshausen wolle nicht nur über Naturschutz reden, sondern auch handeln. Eine Notwendigkeit, mit der Maßnahme weitere Ökokontopunkte sah er indes nicht: „Unser Ökokonto ist gut aufgefüllt.“ Nicht zuletzt wegen des zweiten Vorhabens, der Umwandlung der Wälder. Eine Idee, die von der CSU-Fraktion eingebracht wurde. Reischl wollte aber auch Sorgen der Landwirte entgegen treten, die befürchten, dass immer mehr agrarische Flächen für andere Zwecke verwendet werden.

 Marianne Klaffki (SPD) nannte die Renaturierung eine „großartige Idee“ und sprach von einer „Win-win-Situation für die Natur und die Gemeinde.“ Die Renaturierung des Kalterbach-Abschnitts wurde vom Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen abgesegnet, die ökologische Aufwertung des Ackers indes abgelehnt. Dafür fand der CSU-Antrag die einmütige Zustimmung des Gemeinderats.

kho 

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