Neujahrsempfang der Grünen

Kreis- und Weltpolitik im Schnelldurchlauf

+
Grünen-Chefin Marese Hoffmann kritisierte scharf die sexuellen Übergriffe in Köln.

Dachau - Grünen-Chefin Marese Hoffmann lud zum Neujahrsempfang. Dort wurde Kreis- und Weltpolitik im Schnelldurchlauf geboten.

Flüchtlinge, Kölner Silvesternacht, Klimaschutz, die Krisen der Welt sowie die Kreis- und Stadtpolitik – alles in nur zwei Stunden: Die Dachauer Kreis-Grünen packten diesen Schnellkurs in ihren Neujahrsempfang in der Tafernwirschaft Fischer. Noch dazu mit hoher Politpromi-Dichte: Aus dem Bundestag waren Beate Walter-Rosenheimer und die Münchnerin Doris Wagner angereist, aus dem Landtag die Grünen-Ikone Christian Magerl. Ebenfalls vor Ort: Landrat Stefan Löwl (CSU), Dachaus OB Florian Hartmann (SPD), Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) sowie Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs.

Die Kreisvorsitzende Marese Hoffmann war es, die zu den Ereignissen in Köln Stellung bezog: „Straftaten sind Straftaten, egal welcher Nationalität der Straftäter ist.“ Sexuelle Übergriffe seien „nicht hinnehmbar.“ Diejenigen, die mit einem „Generalverdacht“ gegenüber Flüchtlingen operierten, bezeichnete Hoffmann als „brandgefährlich.“

Lob für CSU-Landrat

Dagegen lobte sie ausdrücklich den Landrat für dessen „hohen persönlichen Einsatz“ in Sachen Asyl. Ebenso positiv bewertete sie „die gute Debattenkultur, die mittlerweile im Landtag herrscht.“ Michael Reindl, der Kreistagsfraktionschef der Freien Wähler, und Edgar Forster, Kreisrat der Freien Wähler Dachau, beides Stammgäste bei der jährlichen Grünen-Runde, widersprachen nicht.

Weniger gut gelaunt schien Stadtrat Thomas Kress zu sein. Er kommentierte den Austritt Wolfgang Molls aus der CSU, die zu einem Verlust des zweiten Ausschusssitzes der Grünen geführt hatte, mit „sehr bitter für uns“ und orakelte, man müsse abwarten, was sich daraus entwickele.

Bedrückende Tour durch Krisengebiete

Doris Wagner, die für die Grünen im Verteidigungsausschuss des Berliner Parlaments sitzt, nahm die Neujahrsgäste zu einer bedrückenden 20-Minuten-Tour durch Krisengebiete der Welt mit. Ihr Fazit: Die zivilen Krisenpräventionsprojekte der UN und EU müssten unbedingt gestärkt werden.

„Killen wir die Dritte Startbahn!“

Der Freisinger Christian Magerl wies auf den Zusammenhang von Klimapolitik und Flüchtlingsproblematik hin: Wassermangel würde schon jetzt viele Menschen auf der arabischen Halbinsel zur Migration zwingen; in den kommenden Jahren werde sich die Situation dramatisch verschärfen, wenn die kürzlich in Paris beschlossenen Klimaziele nicht erreicht würden. Er forderte, Kohle- und Atomkraftwerke zügig durch Erneuerbare Energien zu ersetzen sowie den Klimasünder Luftverkehr zu beschränken. Magerls Schlussappell: „Killen wir die Dritte Startbahn!“

kho

Auch interessant:

Meistgelesen

Traditionsgasthaus in Dachau bleibt erhalten
Traditionsgasthaus in Dachau bleibt erhalten
Ein „Held des Alltags“ kommt aus Dachau
Ein „Held des Alltags“ kommt aus Dachau
Neuer Pavillon für die Nachmittagsbetreuung am gmi
Neuer Pavillon für die Nachmittagsbetreuung am gmi
Live-Rundgänge durch die KZ-Gedenkstätte Dachau
Live-Rundgänge durch die KZ-Gedenkstätte Dachau

Kommentare