Die Gemeinde will sich nicht mit Tennet streiten.

Haimhausen geht mit eigenem Trassen-Vorschlag ins Rennen um die neue Leitung

Haimhausen - Stromleitung durch ein Biotop?

Zwei Varianten hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet im Bereich Haimhausen für den Neubau der Überlandleitung von Oberbachern nach Ottenhofen vorgeschlagen. 

Eine Bürgerinitiative hat bereits über 1.000 Unterschriften gegen die nördliche Variante zwischen dem Hauptort Haimhausen und dem Ortsteil Inhausen gesammelt. „Wir sind gegen die Nord-Trasse“, betonte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung CSU-Fraktionschef Thomas Mittermair. Die südliche Trasse zwischen Inhausen und dem im Landkreis München gelegenen Unterschleißheimer Ortsteil Inhauser Moos soll möglichst als Erdkabel verlegt werden. Denn laut Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) würde die Nord-Trasse die Erweiterung Haimhausens nach Süden für die nächsten 80 bis 100 Jahre verhindern. Andererseits sei mit dem Widerstand von Umwelt- und Naturschützern gegen die Süd-Variante zu rechnen, weil diese ein Biotop überquere. In der vorangegangenen Sitzung hatte sich der Gemeinderat bereits grundsätzlich darauf geeinigt, einen eigenen Trassenvorschlag erarbeiten zu lassen. Doch Ergun Dost (Bürgerstimme Haimhausen) reute jetzt offensichtlich die dafür mindestens nötigen 40.000 Euro. Wenn sich die Gemeinde schon vor dem Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern auf die unterirdisch verlegte Südtrasse mit Tennet verständigen würde, könne man dieses Geld sparen, meinte er. 

Doch Felbermeier stellte klar: „Es müssen immer zwei Varianten geprüft werden.“ Tennet würde im Übrigen das Hauptaugenmerk auf die Wirtschaftlichkeit legen. Dagegen gehe es der Gemeinde um die Planungssicherheit für die Zukunft. Aber der Rathauschef sagte auch: „Wir streiten uns definitiv nicht mit Tennet.“ Damit der eigene Trassenvorschlag auch eine Chance beim Raumordnungsverfahren habe, müsse er sowohl planerisch als auch technisch umsetzbar sein. Letzteres könne eventuell bei einer unterirdisch verlegten Leitung gefährdet sein. Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler (CSU) hatte deshalb bereits ein Treffen mit Tennet vorgeschlagen, um das rechtzeitig abzuklären. Bettina Ahlrep (Bündnis 90/Die Grünen) fragte, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den beiden Nachbargemeinden Hebertshausen und Eching bestünden. Laut Felbermeier hat sich Eching bereits für einen Leitungsneubau der 380-Kilovolt-(kV-)Leitung entlang der alten 110-kV-Leitung ausgesprochen. 

Der Gemeinderat beschloss schließlich einstimmig, den Auftrag für die Ausschreibung bei Fachbüros zu erteilen, die Ausschreibung durchzuführen und ermächtigte den Bürgermeister, das wirtschaftlichste Fachbüro zu beauftragen.

srd

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