Haupt- und Finanzausschuss

Ziegler-Villa wird nicht saniert

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Mittlerweile hat die denkmalgeschützte Ziegler-Villa in der Ludwig-Dill-Straße fünf Winter hinter sich, in denen sie leer steht. Zuvor war die Wirtschaftsschule Scheibner dort untergebracht.

Dachau - Die Ziegler-Villa in Dachau ist eines der vielen leerstehenden Gebäuden in der Stadt. Der Hauptausschuss befasste sich mit ihrer Zukunft. Doch der Stadtrat möchte nicht irgendwem das Grundstück geben.

Im letzten Haupt- und Finanzausschuss beschlossen die Mitglieder einstimmig zu prüfen, ob die Ziegler-Villa möglicherweise als Objekt für das Mietshäusersyndikat geeignet sei. Die Stadtverwaltung soll den entsprechenden Beschluss weiter verfolgen. Der Tagesordnungspunkt „zukünftige Nutzung der Ziegler-Villa“ ging auf einen Antrag der CSU zurück und nahm im Laufe der Sitzung eine ganz andere Wende. Die CSU hatte im Oktober 2014 beantragt, dass seitens der Verwaltung „sämtliche bisherigen Untersuchungen und Kostenschätzungen zu möglichen künftigen Nutzungen der Ziegler-Villa darzustellen sind“. Ferner sei zu prüfen, ob mit einem überschaubaren Aufwand einfache Künstlerateliers eingerichtet werden können.

Kein Mint-Campus in der Ziegler-Villa

Auch regte die CSU in ihrem Antrag an, nach der Testphase „Mint-Campus Dachau“ Kontakt mit dem Landkreis aufzunehmen sei, ob dieser Interesse habe, den Mint-Campus in der Ziegler-Villa unterzubringen. Im Vorfeld der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden deren Mitglieder seitens der Stadtverwaltung, die den CSU-Antrag geprüft hatte, darüber informiert, dass eine Sanierung des Gebäudes nur mit einem erheblichen finanziellen und personellen Aufwand zu stemmen sei. Zwischenzeitlich hatten auch die Verantwortlichen des Mint-Campus die Bewerbung zurückgezogen.

Für aufwändige Sanierung ist kein Geld da

Eine Kinderbetreuung einzurichten hätte beispielsweise Kosten von über 3.331.000 Euro verursacht. Die Stadträte waren sich alle einig, dass bei der derzeitigen Haushaltslage von einer Sanierung abzusehen ist. Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) plädierte für einen Verkauf an das Mietshäusersyndikat und klärte darüber auf, was dies bedeutet. Geißler: „Es schließen sich Leute zusammen, die verlassene Gebäude sanieren und gemeinschaftlich nutzen - auf eigene Kosten.“ Als entscheidenden Vorteil sah Geißler, dass die Ziegler-Villa im Eigentum des Verbandes bleibe.

Vielleicht ein Objekt für das Mietshäusersyndikat

Luise Krispenz (Grüne) stimmte ebenso gegen einen Verkauf an Privatleute, „ohne zu wissen, wie das Grundstück genutzt wird“. Für sie sei weiterhin eine Nutzung durch die Künstler- und Jugendszene denkbar. Sabine Geißler sah in Krispenzs Wortmeldung keinen Widerspruch. Sie hält ein Mehrgenerationenhaus vorstellbar. In der Abstimmung lenkte schließlich auch die CSU-Fraktion ein. Zuvor hatte August Haas noch gesagt: „Wir entscheiden, wem wir es veräußern. Wir können das Grundstück auch sinnvoll teilen.“ Die Verwaltung wird prüfen, ob die Ziegler-Villa als Objekt für das Mietshäusersyndikat in Frage kommt.

smp

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