Heft in der Hand behalten

Gute Laune nach dem Kooperationsbeschluss (hintere Reihe von links): die Bürgermeister Konrad Wagner (Altomünster), Johann Kornprobst (Hilgertshausen-Tandern), Heinz Eichinger (Vierkirchen), Konrad Brandmair (Odelzhausen), Harald Mundl (Weichs); (vordere Reihe von links) Michael Reindl (Erdweg), Stefan Beer (Geschäftsleiter Erdweg), Helmut Zech

Das

lang erwartete „Gutachten zur Standorteignung von Windkraftanlagen im Landkreis Dachau“ liegt seit dem 29. April im Landratsamt vor. Sein Ergebnis: Windkraftanlagen sind im Landkreis nicht nur möglich, sie liefern voraussichtlich so viel Strom, dass alle Haushalte in der Stadt Dachau wie auf dem Land versorgt werden können. Die Landkreis-Bürgermeister haben nun ein weiteres gemeinsames Vorgehen verabredet, mit dem Ziel gemeinschaftlich nutzbare Flächen zu identifizieren. „Sonst gibt es einen Stangensalat“, erläuterte Altomünsters Bürgermeister Konrad Wagner, der Sprecher der Gemeindechefs, bei einem Treffen in Indersdorf. Die Gemeinden teilen sich dazu zwei Arbeitsgruppen auf: Eine „Westwind-Allianz“ umfasst Altomünster, Hilgertshausen-Tandern, Erdweg, Schwabhausen, Sulzemoos, Odelzhausen, Pfaffenhofen/Glonn, Indersdorf und Bergkirchen. Ihr „Ostwind-“Gegenstück besteht aus der Großen Kreisstadt Dachau und den Gemeinden Hebertshausen, Haimhausen, Röhrmoos, Vierkirchen, Weichs und Petershausen. Karlsfeld ist vorerst keiner der Gruppen angeschlossen, da sich auf deren Gemeindegebiet laut Studie keine geeigneten Flächen finden lassen. Die West-Gruppierung wird von Konrad Wagner (FW, Altomünster) und Simon Landmann (CSU, Bergkirchen) koordiniert, ihr östliches Pendant von Heinz Eichinger (SPD, Vierkirchen) und Peter Felbermeier (CSU, Haimhausen). Die Ergebnisse sollen dann „zusammen gelegt und aufeinander abgestimmt werden“, erläuterte Wagner gegenüber der Presse und betonte: „Wir wollen uns nicht von externen Investoren abhängig machen, sondern das Heft des Handelns in der Hand der behalten.“ Doch treffen die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse nicht nur auf Zustimmung. Martin Heitmeir, der Sprecher der Bürgerinitiative „Unser Wald“ aus Hohenzell, kritisiert, dass die Wirtschaftlichkeit der potentiellen Windkraft-Standorte nicht untersucht wurde: „Gerade für die vorgeblich gewünschten Bürgerbeteiligungsmodelle ist es doch entscheidend, ob überhaupt Geld verdient werden kann.“ Die Bürgerinitiative bezweifelt, dass der Wind im Landkreis für den Betrieb von Anlagen ausreicht.

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