MD-Gelände gestern, heute, morgen

Isaria lud Interessierte auf das Areal der ehemaligen MD-Papierfabrik ein

 Spaziergang durch das Gelände der ehemaligen MD-Papierfabrik
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Etwa 40 Menschen beteiligten sich am Spaziergang durch das Gelände, um den Wandel der ehemaligen MD-Papierfabrik zu dem Mühlbachviertel aus der Nähe zu erleben.
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Etwa 40 Menschen beteiligten sich am Spaziergang durch das Gelände, um den Wandel der ehemaligen MD-Papierfabrik zu dem Mühlbachviertel aus der Nähe zu erleben.
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Etwa 40 Menschen beteiligten sich am Spaziergang durch das Gelände, um den Wandel der ehemaligen MD-Papierfabrik zu dem Mühlbachviertel aus der Nähe zu erleben.

Es roch nach feuchten Beton und Zementstaub, am Boden lagen große Papierstapel und ein paar vergessene Produktionsgeräte. Hier, in der noch existierenden Kalanderhalle der ehemaligen MD Papierfabrik, haben sogenannte Kalanderwalzen seit 1885 Papier platt gedrückt...

Bereits zum zweiten Mal konnten etwa 40 Besucher beim Nachbarschafts-Spaziergang durch das Gelände an der Ostenstraße die denkmalgeschützten Gebäude unter die Lupe nehmen. Gleich nach der Kalanderhalle ging es treppauf zur ehemaligen, im Jahre 1951 erbauten, Kantine. Der Raum war leergeräumt, doch vieles ließ lebhaftes Pausen-Treiben erahnen. Von der Decke baumelten alte Lampenschirme. An der Wand prangte immer noch deutlich sichtbar das alte MD-Firmenlogo mit dem Münchner Kindl. Dieses Motiv wurde 40 Jahre lang verwendet und 1967 durch ein moderneres ersetzt. Die Glasfenster, manche zerbrochen, entstanden in der Werkstatt des Dachauer Glasmalers Syrius Eberle. Darauf waren motivierende Sprüche von klassischen Schriftstellern eingearbeitet wie: „Wirke auf andere durch das was du bist“. Wie dieser Saal zukünftig genutzt wird, steht noch offen.

Vor dem Eingang zur historischen Papierhalle ergriff Gästebegleiter Fritz Thoma, ein ehemaliger Mitarbeiter der Papierfabrik, das Wort. Im Jahr 1962, 100 Jahre nach Gründung der München-Dachauer Aktiengesellschaft für Maschinenpapierfabrikation, trat er dort als ganz junger Mann seinen ersten Tag als Lehrling für Maschinenbau an. Er betonte, dass das, was hier geschieht, für ihn auch eine persönliche Geschichte ist. Er erklärte auch, was mit den historischen Gebäuden zukünftig geplant ist. Die Kalanderhalle soll künftig für Einzelhandel und Gewerbe genutzt werden. In der Papierhalle ist ein Jugendkulturzentrum, sowie ein Museum angedacht.

Das benachbarte gelbe Dampfmaschinenhaus, das bereits 1987 zum MD Firmenmuseum wurde, soll in das neu geplante Museum integriert werden. In einer Nische des Dampfmaschinenhauses stand früher eine Marmorbürste von Louis Weinmann, dem ersten Vorstand der MD-Fabrik. Aufgrund seines sozialen Engagements wird Weinmann „Vater der Arbeiter“ genannt. In seine Geschäftsführungszeit fiel auch, dass die Firma den ersten Telefonanschluss in ganz Dachau erhielt. Zu seinem 25-jährigen Arbeitsjubiläum 1889 bekam Weinmann von seinen Arbeitern die Marmorbürste, die auf alle Fälle wieder ihren Platz im Museum finden soll. Die Projektentwicklungsgesellschaft Isaria hatte diese Besichtigung für umliegende Anwohner des Areals organisiert, um sich bei ihnen für die Unannehmlichkeiten während der Abbrucharbeiten zu bedanken. Die Teilnehmer bekamen so die Möglichkeit, exklusiv den Wandel der ehemaligen MD-Papierfabrik zu einem urbanen Quartier aus der Nähe zu erleben.

Die stellvertretende Projektleiterin Anika Schmider, die die Gäste durch das Gelände führte, erzählte, dass das Wasser damals für die MD Papierfabrik eine große Rolle gespielt hatte. In diesem zukünftigen Mühlbachviertel soll es wieder zu einem erlebbaren Element werden. „Der Mühlbach wurde bisher unterirdisch durch das Fabrikgelände geführt und zur Stromerzeugung verwendet. Er wird aber in Zukunft an die Oberfläche zurückkehren“, sagte die stellvertretende Projektleiterin. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 soll der Mühlbach in ein provisorisches Flussbett umgeleitet werden. Die aufwändige Maßnahme sei notwendig, um den Bachverlauf zurückzubauen und den Boden unter dem Fluss zu sanieren. Der Mühlbach soll dabei sogar eine surfbare Welle erhalten. Die Projektentwicklungsgesellschaft Isaria und die Deutsche Wohnen vermeldeten nun vor Kurzem, dass die Abbrucharbeiten auf dem Gelände beendet sind. Auf dem Gelände, das die Stadt Dachau über 140 Jahre geprägt hatte, begann nun ein neues Kapitel. Auf dem 14 Hektar großen Areal, das aus Zentralgelände, den nördlich gelegenen Mayer-Terrassen sowie dem südlich situierten Holzlagerplatz besteht, wurden bislang 40 Gebäude mit Kellern und einem Rauminhalt von 704 561 Kubikmetern zurückgebaut. Über 600.000 Tonnen Boden bewegten die Bagger – was einem Volumen von 60.000 Elefanten entspricht. Etwa 1000 Wohnungen für 3000 Menschen sollen künftig auf 90.000 Quadratmetern entstehen, dazu Arbeitsplätze für mehr als 1000 Menschen auf 60.000 Quadratmetern Fläche für gewerbliche Nutzung. 25 Millionen Euro habe die Isaria mittlerweile in ihr Projekt investiert. „Das MD-Gelände ist größer als die Dachauer Altstadt und soll „organisch“ mit dem historischen Stadtkern verbunden werden“, betonte Schmieder.

Die Immobiliengesellschaften „Deutsche Wohnen“ soll nach Wünschen der Stadt Dachau zukünftig Verantwortung für den Standort übernehmen.

dar

Rubriklistenbild: © Gontscharowa

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