Sind ältere Menschen streitsüchtiger?

Jeder Fünfte Dachauer streitet

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Der Streitatlas zeigt, gerade ältere Menschen lassen sich öfter auf einen Rechtsstreit ein.

Dachau - Dennoch macht Streitatlas klar: Dachauer sind friedfertig

Wer einen Blick in „Deutschlands großer Streitatlas 2019“ wirft, könnte meinen, die Einwohner der Bundesrepublik wären stur oder gar trotzig. 

Denn geht es um das eigene Recht, beweisen sie enorme Leidenschaft und extreme Ausdauer. Das verdeutlicht die Statistik für Streitintensität: Durchschnittlich war 2018 mehr als jeder fünfte Dachauer in einen Rechtsstreit verwickelt. Das sind 21,8 Streitfälle pro 100 Einwohner. Der Landkreis Dachau ist jedoch im Vergleich zu München (mit 27,4 Streitfällen je 100 Einwohner) und Fürstenfeldbruck (mit 23 Streitfällen je 100 Einwohner) eindeutig friedfertiger. 

Der Bundesdurchschnitt liegt bei 24,7 Streitfällen je 100 Einwohner. Die Bevölkerung im Kreis Dachau zofft sich besonders häufig wegen Privatangelegenheiten, welche 42,9 Prozent aller Streitigkeiten ausmachen. Gefolgt von Verkehrsstreitigkeiten (29,3 Prozent) und Arbeit (12,8 Prozent). Jeder zehnte Streit (10,3 Prozent) in Dachau übersteigt den Wert von 10.000 Euro (Durchschnitt Deutschland: 10,8 Prozent).

Fast die Hälfte aller Streitfälle (48 Prozent) dauert zwölf Monate und länger. Im Vergleich zum letzten Streitatlas 2017 ist bei den langwierigen Auseinandersetzungen eine Zunahme um 4,5 Prozent zu verzeichnen. Dies hängt verstärkt mit der Langwierigkeit von Gerichtsprozessen zusammen, die aufgrund vieler beteiligter Akteure und rechtlicher Handlungsoptionen, wie dem Gang durch mehrere Instanzen, länger dauern können. Von diesen Möglichkeiten wird auch immer mehr Gebrauch gemacht. Was lange währt, wird vor allem auch eins: teuer. Bei jedem zehnten Streit liegt der Streitwert bei mehr als 10.000 Euro. Im Vergleich zum vorherigen Streitatlas ist dies ein Anstieg um 2,8 Prozent, wohingegen Auseinandersetzungen mit niedrigen Streitwerten (bis 2.000 Euro) am stärksten abgenommen haben (-3,1 Prozent). Generell werden knapp zwei Drittel aller Streitigkeiten von Männern ausgetragen (66,5 Prozent), Frauen scheinen das sanftere Geschlecht zu sein und sind lediglich mit 33,5 Prozent in Auseinandersetzungen verwickelt. Die Auslöser des Streits sind jedoch unterschiedlich: Bei Männern kocht der Zorn schneller hoch, wenn es um Verkehr und Mobilität geht. Hier streitet sich jeder Dritte (32,8 Prozent). Frauen hingegen liegen bei Disputen im Bereich Privat- und Strafrecht vorn (40,0 Prozent vs. 37,6 Prozent der Männer). 

„Möglicherweise zeigt sich hier auch das Klischee, dass Frauen bei persönlichen Angelegenheiten das Zepter in der Hand halten und Männer sich eher ums Auto kümmern“, erklärt Peter Stahl, Vorstandssprecher der Advocard, dem Rechtsschutzversicherer der Generali in Deutschland. Beim weiblichen Geschlecht verraucht die Wut allerdings schneller wieder: Mehr als jeder fünfte Streit (21,5 Prozent) wird innerhalb von drei Monaten geklärt, Männer benötigen hier ein wenig mehr Zeit. In der Mitte des Lebens sind die Menschen anscheinend besonders rechthaberisch: Im Alter zwischen 46 und 55 Jahren streiten sie sich – statistisch gesehen – am häufigsten (27,5 Prozent aller Streitfälle). 

Insgesamt nimmt jedoch auch der Anteil der jüngeren Streithähne deutlich zu: Vor zehn Jahren (2009) waren junge Erwachsene unter 36 Jahren für nur 13,9 Prozent aller Streitfälle verantwortlich – heute sind es bereits 23,7 Prozent. Wer noch mehr über den Landkreis erfahren möchte, kann sich die interaktive Karte unter https://generali-streitatlas.streit-lotse.de/ ansehen.

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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