Wenn Cellulite zur Kunst wird

Die jungen Neumitglieder der KVD stellen erstmals in der Galerie aus

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Bei der Vernissage interviewte zweite KVD-Vorsitzende Margot Krottenthaler (Mitte) die beiden jungen Künstler Anna Dietze (rechts) und Andrej Auch (schwarzes Sakko) während einem Rundgang mit den Besuchern.

Dachau - Wenn Cellulite zur Kunst wird

Ein „Kick in the door“ – also ein Tritt in die Tür – ist die aktuelle Ausstellung in der Künstlervereinigung Dachau (KVD) allemal, denn sie fällt auf, ist jung, bunt und überrascht. 

Zwei neue KVD-Mitglieder, Andrej Auch und Anna Dietze, geben unter diesem Titel noch bis zum 30. Juni in der Galerie in der Altstadt ihr Debüt. Anna Dietze ist der KVD schon lange bekannt, Vorstizender Johannes Karl nennt sie KVD-Kind, weil sie im Grunde mit dem Verein aufgewachsen ist. 

Seit einem Jahr ist sie nun auch offiziell dabei. 1998 geboren in Dachau studiert sie seit 2016 an der Akademie der Bildenden Künste München. In ihren Werken beschäftigt sich Dietze vor allem mit der digitalen Welt und die der sozialen Netzwerke und versucht diese auch ein Stück weit in die reale Welt zu generieren. Es hängen beispielsweise mehrere hautfarbene Geschwülste an der Wand, die zweite KVD-Vorsitzende Margot Korttenthaler „Celluliteres Gewebe“ nennt. 

Die Installation ist das Gegenstück zur sonst perfekten, glatten, oberflächlichen Darstellung in sozialen Netzwerken wie Instagram, wo niemand eine Falte hat oder gar seine Cellulite zur Schau stellt. Andrej Auch, geboren 1995, kam vor zwei Jahren zur Künstlervereinigung und studiert ebenfalls an der Akademie der Bildenden Künste München. Auch wenn seine Bilder auf den ersten Blick den Anschein machen, als seien sie am Computer entstanden, so haben die Arbeiten von Auch nichts mit der digitalen Welt zu tun. 

Er hat eine ganz spezielle Technik, um Oberflächen zu gestalten, die den Besucher bewegt, genau hinzuschauen. „Beim Malen wurden die Papierdrachen organischer und die Menschen papierhafter“, erklärte er den spontanen und experimentellen Prozess seiner Arbeit.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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