Das Windrad dreht sich nur im Dunkeln...

Der juristische Streit um das Windrad bei Welshofen geht weiter...

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Dreht sich nur in der Nacht: das Windrad im Buchwald bei Welshofen.

Erdweg - Verwaltungsgericht entscheidet: Die 2,8-Megawatt-Anlage darf nur nachts laufen

Im Herbst 2018 wurde es errichtet, seit mehr als einem Jahr könnte es umweltfreundlichen Strom liefern: das Windrad im Buchwald südwestlich von Welshofen, ein Ortsteil der Gemeinde Erdweg. 

Doch es steht tagsüber weiter still, nur nachts darf es sich drehen. Das hat dieser Tage das Verwaltungsgericht München (VG) entschieden, nachdem die Betreibergesellschaft, ein Konsortium aus Erdweger Bürgern mit dem mittelfränkischen Windenergie-Unternehmer Erich Wust, einen Eilantrag zu einem 24-Stunden-Betrieb eingereicht hatte. Hintergrund des Ganzen: ein jahrelanger Streit über die Gefährdung eines Wespenbussardpärchens, das in dem Wäldchen einen Brutplatz haben soll. Der Verein für Landschaftsschutz und Artenschutz in Bayern (VLAB), zu deren Ehrenpräsidenten der langjährige Bund Naturschutz-Präsident Hubert Weinzierl zählt, hatte schon im Jahre 2016 vor dem VG gegen eine Betriebsgenehmigung geklagt, die das Dachauer Landratsamt erteilt hatte. Seitdem ging die Angelegenheit durch die Instanzen. 

Im vergangenen Herbst forderte der dem VG übergeordnete Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) die Dachauer Behörde zu einer neuen Stellungnahme in Sachen Artenschutz auf. Eine Januar ging ein Schreiben des Landratsamts bei den Münchner Richtern ein – und stellte diese nicht zufrieden. Der VGH sieht sich weiter außerstande zu beurteilen, ob die Genehmigung des Landratsamtes rechtmäßig erfolgt sei. 

Im Urteil moniert das Gericht zudem, dass es die Aufgabe der Betreiber gewesen wäre, ein ausreichende artenschutzrechtliche Untersuchung einzureichen. Der Haken an der Sache: die Fachleute sind sich bezüglich der Vogelgefährdung durch Windräder nicht einig. Dass etwa in dem nahen Windpark zwischen Odelzhausen und Adelzhausen noch nie ein erschlagener Raubvogel gefunden wurde, spielt dabei keine Rolle. Die Betreibergesellschaft hat nun bis Monatsende Zeit, einen Einspruch gegen das VG-Urteil einzulegen. Mündliche Verhandlungen vor beiden Instanzen sind derzeit übrigens nicht möglich. Der Grund: die Corona-Pandemie.

kho

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