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„Kinder-Faschingsprinz würden mehrere gern machen, aber es traut sich keiner.“

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Dominik Zachmann und Julia Litzlbeck überzeugten beim Intrhonisationsball mit dem Prinzenwalzer. © Foto: Roth

Dachau - Einmal Prinzessin sein, das wünschen sich viele Mädchen. Die vierzehnjährige Julia Litzlbeck aus Langwied hat es geschafft.

Die Mittelschülerin tanzt als Kinderfaschingsprinzessin mit Prinz Dominik (12) auf den Faschingsbällen in Dachau und der Region. Der Kinderprinz ist der älteste Sohn von Michaela Zachmann, Vorsitzende der Faschingsgesellschaft (FG) Dachau. Beim Inthronisationsball der Faschingsgesellschaft Dachau tanzte das Paar den Prinzenwalzer. Die DACHAUER RUNDSCHAU war dabei.

DR (Dachauer Rundschau): Gratulation, das war ein schwungvoller Auftritt. Wie war es für euch? 

Julia: Es war leichter, als ich gedacht habe, denn vorher war ich sehr nervös.

Dominik: Mir hat es gut gefallen. Mein Lampenfieber ist mitten beim Walzer verflogen, ich hatte das Gefühl, ich werde immer sicherer.

DR: Ihr musstet nicht nur den Prinzenwalzer tanzen, sondern auch eine kurze Rede halten. Was fiel euch leichter?

Julia: Mir fiel das Reden leichter, da kann ich den Text ablesen. Beim Tanzen bin ich viel aufgeregter, weil mir da keiner helfen kann.

Dominik: Mir fällt das Tanzen leichter, da bin ich sicher, weil wir das schon oft geübt haben. Wenn ich einen Fehler mache, ist das nicht so schlimm, ich tanze dann einfach weiter.

DR: Erzählt doch mal, wie wird man Kinderprinzenpaar?

Julia: Voraussetzung ist ein Prinz und ein eiserner Wille.

DR: Und du hast es gewollt? 

Julia: Ja, ich habe mich gefreut, als die Faschingsgesellschaft mich gefragt hat, ob ich die Prinzessin sein will, denn ich dachte eigentlich, ich wäre schon zu alt für Dominik.

Dominik: Eigentlich sind die Traumvorstellungen unserer Mütter schuld, dass wir dieses Jahr das Kinderprinzenpaar sind - nein, das war nur Spaß. Es war mein Wunsch, der Kinderprinz zu sein. Ich habe zu meiner Mutter gesagt: Wenn ich die richtige Prinzessin gefunden habe, dann mache ich es.

Michaela Zachmann: Ich möchte betonen, dass er sich freiwillig gemeldet hat. Ich habe ihn nicht dazu gezwungen. Aber ich bin stolz, wie die Beiden das heute gemeistert haben.

DR: Hast du gewusst, dass Julia im Spiel ist? 

Dominik: Ja, denn nur mit Julia an meiner Seite kam das Amt als Prinz für mich in Frage.

DR: Was sagen denn eure Mitschüler und Lehrer zu eurem Faschingsjob? 

Julia: Ich gehe in die neunte Klasse der Lukas-Schule in Laim. Meine Lehrer und Mitschüler wissen es nicht. Ich sage auch nichts, denn ich glaube, dass es die Meisten gar nicht interessiert.

DR: Ist das bei dir auch so, Dominik?

Dominik: Ich bin in der siebten Klasse am Josef-Effner Gymnasium. Meine Lehrer und meine Mitschüler wissen es, aber sie sagen nichts dazu. Obwohl, zwei von den Mädchen in meiner Klasse würden sowas auch gerne machen.

DR: Habt ihr vorher schon tanzen gelernt? 

Julia: Ich schon - in einer Tanzschule habe ich, als ich noch in der Grundschule war, meinen ersten Standard-Tanzkurs gemacht.

DR: Schon so früh, warum denn das? 

Julia: Weil ich neidisch auf meine Freundin war, die schon tanzen konnte. Ich wollte das auch können. Danach habe ich Hip-Hop und Jazztanz gelernt. Seit vier Jahren tanze ich bei der FG-Dachau als Gardemädchen und bei der Showtanzgruppe Black-Pearls.

DR: Du hast heute auch im Showprogramm mitgemacht. In welchem Kostüm fühlst du dich besser?

Julia: Auf alle Fälle in meinem Prinzessinnenkleid, weil es ein schönes Cindarellakleid ist.

Regina Litzlbeck (Mutter): Ich war stolz auf meine Tochter und habe mich sehr für sie gefreut. Ich finde, dass sie in ihrem Kleid wirklich wie eine Prinzessin aussieht.

DR: Ihr habt heute beim Prinzenwalzer brilliert. Gibt es etwas, das ihr lieber mögt?

Julia: Normalerweise den Gardetanz, der ist total anstrengend aber es ist voll der Kick.

Dominik: Mein Hobby ist Fußball spielen. Ich bin Kapitän in meiner Mannschaft und spiele als Verteidiger in der D1 Jugend der SpVgg Hebertshausen. Erst seitdem ich weiß, dass ich der Kinderprinz bin, habe ich Walzertanzen gelernt und es gefällt mir gut. Bei der Show mache ich nicht mit.

DR: Hänselt dich jemand wegen deines Prinzenjobs? 

Dominik: Eigentlich nicht. Letztes Jahr war der Kilian aus meiner Mannschaft Prinz. Ich glaube, dass mehrere gern den Faschingsprinzen machen würden, aber es traut sich keiner.

DR: Auf wie vielen Bällen tretet ihr auf? 

Dominik: Wir tanzen auf ungefähr 30 Veranstaltungen.

DR: Bekommt ihr etwas dafür?

Julia: Ruhm und Ehre (lacht) also nichts Materielles und hoffentlich viel Applaus. Heute bei der „Inthro“ habe ich einen Blumenstrauß bekommen und Dominik einen Kindersekt.

DR: Worauf freut ihr euch besondes:

Dominik: Darauf, dass es richtig los geht und dass es viel Spaß macht.

Interview: Christine Roth

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