Kirche will die Landwirte unterstützen

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eg (la) Zum versöhnlichen Gespräch zwischen der Kirche und regionalen Milchbauern hatte Erzbischof Reinhard Marx von der Erzdiözese München und Freising vergangenen Donnerstag Abend in die Landvolkshochschule am Petersberg gekommen. Gut hundert Landwirte, Pfarrer und Kirchen-Mitarbeiter folgten der Einladung um darüber zu diskutieren, inwiefern die Kirche dabei helfen kann, den Streit, der laut Ansicht von Marx zwischen den Bauern auf den Dörfen herrsche, beizulegen. Weitgehender Konsens herrschte unter den Bauern darüber, dass der sogenannte „Streit“ an der Basis gar nicht so tragisch sei. Vielmehr gehe es um Konflikte, die weitgehend „oben“ in den Institutionen ausgetragen werden, nämlich vorrangig zwischen dem Bund der Milchbauern und dem Bauernverband. Kirchenvertreter Monsignore Ludwig Scheiel, Dekan der Stadt Bad Tölz, betonte, dass die Kirche keine Möglichkeit habe, am Milchpreis zu drehen oder einen richtigen Preis zu empfehlen. Aber, sie werde dennoch versuchen, die Bauern zu unterstützen, die ja nicht nur als Milchlieferanten, sondern auch als Kulturträger gerade im ländlichen Bereich eine wichtige Rolle spielten. Wie diese Unterstützung konkret aussehen könnte, erarbeiteten die Anwesenden nach der kurzen Einführung durch Gotthard Dobmeier gemeinsam in Arbeitsgruppen. Erarbeitet wurden vor allem Dinge, die auf den ersten Blick selbstverständlich scheinen: Es gehe darum, vernünftig miteinander zu reden, einen Konsens zu finden, eine echte „Dorfgemeinschaft“ zu sein und nachbarschaftliches Miteinander anzustreben. Der Verbraucher müsse mit ins Boot geholt werden. Nicht ganz einig waren sich alle, ob entsprechende Information des Verbrauchers tatsächlich etwas nutze, da der Preis für viele das einzig ausschlaggebende Merkmal sei. Dennoch könne die Kirche beispielsweise Räumlichkeiten für Informationsveranstaltungen zur Verfügung stellen. Vor allem aber gehe es darum, dass der Landwirt für seine Arbeit wieder mehr Wertschätzung erfahre. Hier könne die Kirche auch mithelfen – durch Predigten, Inhalte in Kirchenbriefen etc. Noch wichtiger sei es allerdings, festzuhalten, was die Kirche nicht tun solle, so die Meinung einer Bäurin: Sie solle nicht Stellung beziehen, wenn sie fachlich nicht fundiert informiert sei. Mit auf dem Podium saßen seitens der Kirche Gotthard Dobmeier, Umweltbeauftragter der Erzdiözese München-Freising, Landvolkpfarrer Josef Maier, Ludwig Scheiel, sowie Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese. Der Bischof selbst war nicht anwesend.

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