Die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck produzieren pro Jahr rund 28.000 Tonnen Klärschlamm.

Klärschlamm soll nach Geiselbullach

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Auf dem Gelände der GfA bei Geiselbullach soll eine neue Klärschlammverwertungsanlage entstehen.

Altomünster - Altomünster will neuem Zweckverband beitreten, allerdings nur unter Vorbehalt

Als eine der letzten Kommunen hat nun auch die Marktgemeinde Altomünster ihr Interesse bekundet, sich an einem geplanten regionalen Zweckverband zur Klärschlammentsorgung zu beteiligen. 

Wenige Wochen zuvor hatten sich die Große Kreisstadt Dachau und die größte Landkreisgemeinde Karlsfeld ähnlich geäußert. Die Klärschlammverwertungsanlage soll der GfA in Geiselbullach angeschlossen werden, das Gemeinsame Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck. Die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck produzieren pro Jahr rund 28.000 Tonnen Klärschlamm, mit der Landeshauptstadt steht ein weiterer Großkunde praktisch vor der GfA-Haustür. Klärschlamm enthält erhebliche Mengen an Phosphat, ein wichtiger Pflanzennährstoff. 

Deswegen wurde Klärschlamm auch bis vor wenigen Jahren auf Ackerflächen ausgebracht. Wegen anderer, potenziell gesundheitsgefährdender Rückstände im Schlamm – zum Beispiele Schwermetalle oder Medikamente – schränkte der Gesetzgeber diese Nutzung ein: Seit 2017 dürfen Landwirte Klärschlamm nur dann verwenden, wenn dieser wenig Schadstoffe enthält. Zudem sind Abwasserbetriebe ab 2029 verpflichtet, Phosphor aus Klärschlamm zurückzugewinnen. GfA-Chef Dr. Thomas König hatte die Idee schon im Herbst 2018 ins Gespräch gebracht, der Brucker Amperverband, ein interkommunaler Abwasserzusammenschluss, griff den Vorschlag auf. Seit Jahresanfang hat die Gründung eines neuen Zweckverbands Fahrt aufgenommen. Die Gemeinde Petershausen beschloss als einer ersten, sich dem geplanten Verband beizutreten. Altomünsters Beitritt kommt etwas überraschend, denn die Kommune wurde erst vor zehn Monaten Mitglied des kommunalen Zweckverbands „Klärwerk Steinhäule“, mit Sitz in Ulm und Neu-Ulm. „Die Mitgliedschaft sorgt für eine sehr große Sicherheit bei der fachgerechten Behandlung und Entsorgung unseres Klärschlamms“, freute sich der damalige Bürgermeister Anton Kerle (CSU). 

Deswegen verband dessen Nachfolger Michael Reiter (FWG) den möglichen Beitritt zum neuen Verband mit dem Vorbehalt: „Sofern wir keine Nachteile durch einen Austritt aus Steinhäule haben.“ er Grund für den eventuellen Wechsel der Altomünsterer hat mit der räumlichen Nähe des neuen Verbands zu tun: Die Fahrstrecke von der Kläranlage in Unterzeitlbach nach Steinhäule beträgt rund 105 Kilometer (einfach), zur GfA nach Geiselbullach indes nur 32 Kilometer (über die A8).

„Immerhin müssen wir jährlich 700 Tonnen Klärschlamm durch die Gegend fahren“, berichtete Reiter, „die kurze Strecke ist deutlich umweltfreundlicher.“


kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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