Kreishaushalt

Neuverschuldung unvermeidbar

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Geplante Investitionen für 2017: Die drei größten Posten stellen Schulen mit 74,2 %, Bau (grün), Wohnungswesen, Verkehr (orange) mit 17,2 % und wirtschaftliche Unternehmen (rosa) mit 3,1% dar.

Dachau/Landkreis - Kreisräte beschlossen einstimmig den Entwurf des bisher höchsten Kreishaushaltes von 182,1 Millionen Euro.

Wie entwickeln sich die Finanzen des Landkreises im nächsten Jahr? Welche Investitionen sind geplant? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Kreisausschuss in einer Sitzung. Das Gremium beriet über den Entwurf des Gesamthaushaltes, aber auch über den Etat der wichtigsten Ressorts. Für 2017 erwartet der Ausschuss für den Kreishaushalt einen Anstieg von rund neun Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr sowie eine Steigerung von 59 Millionen Euro seit 2008 (68 %). Der Entwurf des Verwaltungshaushaltes zeigt steigende Ein- und Ausgaben. Die Einnahmen erhöhen sich aufgrund einer erneuten Rekordumlagekraft, höherer Landkreisschlüsselzuweisungen sowie durch Zugeständnisse des Bundes. Er will beispielsweise vollständig die Unterkunftskosten für anerkannte Flüchtlinge bis 2018 übernehmen.

Ausgabenschwerpunkt bleibe die soziale Sicherung

Die Ausgaben steigen bei voraussichtlich gleichbleibendem Bezirksumlagen-Hebesatz. Ausgabenschwerpunkt bleibe die soziale Sicherung mit 51,5 Millionen Euro und einem Defizit von 28,4 Millionen Euro. Davon profitiere vor allem die Jugendhilfe mit 24,6 Millionen Euro (Defizit 15,5 Millionen Euro). Personalkosten liegen für 2017 voraussichtlich bei 21,5 Millionen Euro und steigen um rund 60 Prozent gegenüber 2008. Größere Investitionen stehen vor allem für den Schulbau an: Generalsanierung der staatlichen Berufsschule Dachau, Hochbaumaßnahmen an der Realschule Odelzhausen sowie am Ignaz-Taschner-Gymnasium und geplantes viertes Landkreisgymnasium in Karlsfeld. Für 2017 gilt es für den Landkreis den Kurs der zurückliegenden Jahre beizubehalten. Die Ausschussmitglieder sahen es als unabdingbar, zusätzliche Mittel im Kreishaushalt einzuplanen. Ziel sei es, die Neuverschuldung zu begrenzen. Die Rücklage betrage aktuell 14,6 Millionen Euro. Für 2017 sei eine Entnahme von vier Millionen Euro geplant, sowie eine Kreditaufnahme von 7,2 Millionen Euro. Für die Jahre 2018 bis 2020 erwartet der Ausschuss eine weitere Neuverschuldung. Derzeit geht die Kreisfinanzverwaltung jedoch von soliden finanziellen Rahmenbedingungen aus. Landrat Stefan Löwl sagte: „Eine Neuverschuldung ist gerechtfertigt, das Verhältnis Schulden zu Investitionen ist tragbar“.

tlu

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