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„Kein Dorf ohne Handwerk“

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Die Festrednerin Schwester Teresa Zukic umrahmt von Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs und Kaminkehrer Obermeister Oswald Klein © Hueber

Dachau -

Fast keiner ließ sich das erste Treffen von Handwerk, Politik, Wirtschaft und Verwaltung - den Neujahresempfang der Kreishandwerkerschaft - entgehen. In diesem Jahr stellte die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau ihre Räume zur Verfügung. Als Festrednerin hatte der Gastgeber Ulrich Dachs Schwester Teresa Zukic eingeladen. Das Thema des außergewöhnlichen Vortrages war „Der befreiende Umgang mit Fehlern“.

Positive Auftragslage der Handwerker

Nach der langen Begrüßung der Ehrengäste fasste Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs das Jahr 2014 als ein erfolgreiches, arbeitsreiches und spannendes zusammen und verwies auf die derzeitig positive Auftragslage. Anzahl der Betriebe und Mitarbeit seien stabil, es würde Personal aufgebaut, um die anstehende Arbeit bewältigen zu können. An die Politik richtete er die Forderung, sich um die Sicherheit der Arbeitsplätze, die kurzen Wege zum Arbeitsplatz und bezahlbare Wohn- und Lebensverhältnisse zu kümmern. Wichtig sei, Betriebe zu halten und neue anzusiedeln, die Standortsicherheit zu gewährleisten.

Bezahlbarer Wohnraum und kurze Arbeitswege sind wichtig

Auch Oberbürgermeister Florian Hartmann ging auf diese Themen ein und sieht in Stadt und Landkreis Dachau kein einziges Dorf, keine Siedlung oder Weiler, wo sich nicht ein Handwerksbetrieb niedergelassen habe. Hartmann bedauerte die geringe Beachtung des Handwerks in öffentlichen Diskussionen und Wirtschaftsdebatten, obwohl das Handwerk die standfesteste und zuverlässigste Säule unserer gesamten Volkswirtschaft sei. Hartmann sieht das Ziel einer Stadt, allen Bürgern bezahlbaren Wohnraum bieten zu können. Auch den Angestellten im öffentlichen Dienst falle es immer schwerer, sich eine Mietwohnung leisten zu können. „Die Stadtbau GmbH Dachau verfügt über 1300 Sozialwohnungen und baut diesen Bestand kontinuierlich aus“, erzählte der Oberbürgermeister und forderte landkreisweite Anstrengungen und Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. Außerdem brauche Dachau weitere Gewerbeflächen, die auch die Bedürfnisse des örtlichen Handwerks berücksichtigen. Landrat Stefan Löwl sprach ebenfalls die Wohnraumknappheit und Verkehrssituation des Landkreises an und forderte die politischen Kräfte dazu auf, Lösungen für die zahlreichen Nutzungskonflikte zu finden.

"Unsere Sündenbockmentalität macht es sich zu einfach"

Schwester Teresa begeisterte das Auditorium mit ihren Betrachtungen zum Thema Fehler. Die Zusammenhänge Fehler – Sünde – Lügen, ehrlich – unehrlich im täglichen Leben und die Überbewertung des „Fehlers“ in unserem Lande behandelte sie unter theologischen und weltlichen Aspekten. „Es gibt keine Fehlerkultur mehr in unserem Lande“ und „Ich halte die Einstellung: Fehler machen ist schlecht, für falsch“; mit diesen Einschätzungen konfrontierte die Schwester ihr Publikum. „Unsere Sündenbockmentalität macht es sich zu einfach, Selbsterkennung wäre der Beginn wachsenden Selbstbewusstseins. Schlüssel zur Möglichkeit aus Fehlern zu lernen wäre die Vergebung“ und „jeder sollte eine zweite Chance haben“. Mit den Feststellungen: „Wer nie etwas falsch macht, ist kein guter Berater“ und „Manche sehen nur, was sie nicht haben“ gelang es der Referentin, den Einen oder Anderen zum Nachdenken zu bewegen.

hwa

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