Unternehmer stellten Forderungskatalog für Kommunalwahl 2020 auf.

Kreuzverhör in der Wahlarena

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Diskutierten in der Wahlarena (von rechts): Christine Unzeitig, stellvertretende Vorsitzende IHK-Regionalausschuss, Kandidat Hubert Böck (SPD), Landrat Stefan Löwl (Kandidat der CSU), Peter Fink, Vorsitzender IHK-Regionalausschuss Dachau, Kandidat Achim Liebl (Bündnis 90/Die Grünen), Kandidatin Dagmar Wagner (Freie Wähler) und Werner Mooseder, stellvertretender Vorsitz IHK-Regionalausschuss.

Dachau/Bergkirchen - Vier Landrats-Kandidaten stellten sich wirtschaftlichen Fragen.

Der Regionalausschuss der Industrie- und Handelskammer Dachau (IHK) verabschiedete auf seiner jüngsten Sitzung bei der BKK ProVita in Bergkirchen Wahlprüfsteine für die Kommunalwahlen am 15. März. 

„In unseren Kommunen und im Landkreis wird Wirtschaftspolitik vor Ort gemacht. Hier fallen viele Entscheidungen, welche die Standortbedingungen für Unternehmen bestimmen“, sagte Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau. „Mit dem Forderungskatalog der regionalen Wirtschaft wollen wir der Kommunalpolitik die aus Sicht der Betriebe entscheidenden Zukunftsthemen vor Augen führen“, erklärte Fink.

Der einstimmig verabschiedete Katalog umfasst fünf Handlungsfelder: Fachkräftesicherung, Bürokratieabbau, Bereitstellung von Flächen für Gewerbe und Wohnen, Mobilität sowie digitale Infrastruktur. Zu allen Punkten formulierten Unternehmer Forderungen. Dabei wurde offensichtlich, dass es im Landkreis einige Stellschrauben gibt, um die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft weiter zu verbessern. Angesichts des Fachkräftemangels spricht sich der Regionalausschuss für bessere Betreuungsmöglichkeiten von Kindern sowie von pflegebedürftigen Angehörigen aus. Die unterdurchschnittliche Beschäftigungsquote bei Frauen weise zudem auf ein brachliegendes Fachkräftepotenzial hin, erklärte Fink. Weiterhin spricht sich die Wirtschaft für die gezielte Förderung von Aus- und Weiterbildung aus. Um Bürokratieabbau zu erreichen, empfehlen Unternehmer dem Landkreis, Verwaltungsabläufe einer Prüfung für das RAL Gütezeichen Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung zu unterziehen. Diese garantieren beispielsweise einen Bauantragsbescheid innerhalb von 40 Werktagen. „Eine bürokratie-arme Verwaltung spart beiden Seiten Zeit und Kosten”, erklärte der Dachauer Unternehmer. Weiterhin müssten digitale Services in der Verwaltung deutlich ausgebaut werden.

 Bei Flächen für Gewerbe und Wohnen, an denen es im ganzen Landkreis mangelt, müsse das Ziel sein, vorhandene Flächen konsequenter zu nutzen. Dazu gehöre, brachliegende innerörtliche Flächen zu aktivieren und für leerstehende Immobilien bei Bedarf eine Umnutzung zu ermöglichen. Eine realistische Chance biete die Nachverdichtung durch höhere Geschossflächenzahlen, den Ausbau von Dachgeschossen oder mehrgeschossige Wohn- und Gewerbebauten. In der anschließenden Wahlarena stellten sich Dagmar Wagner (Freie Wähler), Achim Liebl (Die Grünen), Hubert Böck (SPD) und Landrat Stefan Löwl (CSU) den Fragen der Unternehmer. Breiten Raum nahmen Verkehr und Mobilität im Landkreis ein. Die Kandidaten stellten Ideen vor, wie sie die Mobilität im staubelasteten Landkreis aufrechterhalten wollen und wie sich mehr Verkehr vermeiden ließe. Im Fokus aller stand die Stärkung und Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs. Auch die Digitalisierung, die das Arbeiten im Homeoffice oder in Co-Working-Spaces ermöglicht, sowie Maßnahmen, die Wohnen und Arbeiten näher zusammenführen sollen, wurden diskutiert. 

Zum Abschluss äußerten sich die Kandidaten zu Prioritäten, die sie als neue Landräte setzen würden. Vom Querschnittsthema Klimaschutz (Liebl), Daseinsvorsorge für die Bevölkerung (Böck) über bürgernahe Politik (Wagner), kamen einige Ansätze zur Sprache.

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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