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Krieg zwingt MAN-Mitarbeiter zu Kurzarbeit

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Erst war es Corona, dann kam der Mangel an Speicherchips und jetzt ist es der Ukrainekrieg, der den Lastwagenhersteller MAN zur Kurzarbeit zwingt. Etwa 3500 Beschäftigte im Stammwerk des Autobauers in Ludwigsfeld arbeiten in der Produktion und in produktionsnahmen Bereichen, für fast alle von ihnen wurde jetzt die Kurzarbeit verlängert. Neu ist, dass ab dem 14. März auch Mitarbeiter in der Verwaltung in erheblichem Maße von Kurzarbeit betroffen sind. 

Der Krieg in der Ukraine führt bei MAN Truck & Bus zu massiven Versorgungslücken bei Lkw-Kabelsträngen, in deren Folge es seit 14. März zu einem Stillstand im Lkw-Werk München gekommen ist. Wie ein MAN-Sprecher auf Anfrage mitteilte, sind die Mitarbeiter der Produktion deswegen für ihre komplette Arbeitszeit in Kurzarbeit, bei Mitarbeitern in der Verwaltung seien ein bis mehrere Tage Kurzarbeit angesagt. Wie viele Mitarbeiter in den Verwaltungsbereichen betroffen sind, konnte der Sprecher nicht sagen. MAN könne auch nicht vorhersagen, wie lange die Kurzarbeit andauern werde. Die Lieferanten der Kabelstränge könnten an ihren ukrainischen Standorten nicht oder nur sehr eingeschränkt produzieren. Damit drohe zumindest ein mehrwöchiger Ausfall der Lkw-Produktion und eine deutliche Einschränkung der Fertigung im zweiten Quartal.

MAN sei im Austausch mit seinen Zulieferern und prüfe alternative Produktionsstandorte für die durchaus anspruchsvolle Fertigung von Kabelsträngen. Jedoch würde der Aufbau neuer Produktionskapazitäten, die Beschaffung der Maschinen und die Schulung von Mitarbeitern mehrere Monate in Anspruch nehmen. Vorstand und Betriebsrat haben sich, so der MAN-Sprecher, darauf geeinigt, dass das vom Staat gezahlte Kurzarbeitergeld von MAN auf 80 Prozent des Lohnniveaus aufgestockt werde. MAN versuche dadurch, die finanziellen Einbußen der Mitarbeiter zumindest teilweise abzufedern.

Als „Zeichen der Solidarität mit der Belegschaft“ werde auch der MAN-Vorstand „aufgrund der dramatischen Entwicklung in den nächsten drei Monaten in einem erheblichen Maß auf Gehalt verzichten“, erklärte Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender der MAN Truck & Bus. Da das Unternehmen aufgrund der aktuellen Entwicklungen die vereinbarten Lieferfristen für Lkw nicht einhalten könne, habe MAN seinen Kunden eine Auftragsstornierung angeboten. Gleichzeitig werde ihnen die Möglichkeit einer Bestellung zu neuen Konditionen eingeräumt, so der MAN-Sprecher. Insgesamt arbeiten etwa 8000 Mitarbeiter im MAN- Stammwerk. Die Stimmung, so berichten Mitarbeiter, sei angespannt. Viele würden sich Sorgen machen.

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