Städtebaulicher Wettbewerb

Ein neues Viertel für Hebertshausen

Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl und Jury-Präsident Prof. Dr.-Ing. Martin Schirmer
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Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl und Jury-Präsident Prof. Dr.-Ing. Martin Schirmer mit dem Siegerbeitrag des Münchner Teams Grassinger Emrich und Horst Kübert.

Wettbewerb für das 26 Hektar große Areal zwischen südlicher Amperschleife und dem Grundstück der Alten Holzschleiferei entschieden.

Die 5800-Einwohner-Gemeinde Hebertshausen erhält ein neues Viertel, um das sie wohl einige Kommunen beneiden dürften. Im Winter hatte das Hebertshausener Rathaus einen städtebaulichen Wettbewerb für das 26 Hektar große Areal zwischen südlicher Amperschleife und dem Grundstück der Alten Holzschleiferei ausgeschrieben. Jetzt wurden die Sieger bekannt gegeben:

Der erste Preis ging das Münchner Architektur- und Stadtplanungsbüro Grassinger Emrich, das ein innovatives Gesamtkonzept zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Kübert, gleichfalls aus München, entwickelt hatte. Das auffälligste Merkmal ihres Planes: der derzeit streckenweise unterirdisch fließende Mühlbach wird komplett freigelegt und begrünt – er stellt die Lebensader des neuen Quartiers dar, das unterschiedlichste Wohn- und Arbeitsformen miteinander kombinieren wird. Darunter auch ein Heim für betreutes Wohnen, Generationenhäuser, Sozialwohnungen und ein weiteres Kinderhaus. Im vergangenen Jahr hatte sich der Gemeinderat nach heftiger Diskussion dazu durchgerungen, die rund 160 Jahre alte Holzschleiferei abzureißen. Die Münchner Architekten wollen nun an derselben Stelle Gebäude mit ähnlicher Kubatur errichten. „Wir hoffen, damit die Gegner des Abrisses zu versöhnen“, erklärte Bürgermeister Richard Reischl (CSU). Die Vorteile des Neubaus lägen auf der Hand, so der Rathauschef: Die Kosten sind deutlich geringer als die Renovierung des baufälligen historischen Baus, zudem könne die Gemeinde das Gebäude-Innere nach ihren Bedürfnissen ausbauen.

Für alle Einwohner Hebertshausens werden zwei neue Plätze besonders interessant sein: Im Norden des Geländes soll ein „Kulturplatz“ entstehen, mit einem Veranstaltungsgebäude und Freifläche. Im Südwesten ist ein neuer Dorfplatz geplant – auf dem Grundstück, das gegenwärtig noch von der Elisabeth-Bamberger-Schule genutzt wird. Der Dorfplatz würde sich laut Reischl für einen Wochenmarkt eignen. Dieses Teilprojekt liegt dem Rathauschef besonders am Herzen, er denkt daran, es vorzuziehen.

Der erste Auftrag der Siegerbüros wird es ansonsten sein, die Realisierungsplanung für das Holzschleiferei-Gelände voranzutreiben. Reischl rechnet damit, dass dort in fünf bis sechs Jahren die ersten Gebäude stehen können. „Insgesamt wird uns das neue Viertel die nächsten zehn bis 15 Jahre beschäftigen“, prognostiziert der Bürgermeister.

Die beiden Münchner Büros können sich über Preisgeld von 30.000 Euro freuen. Die Plätze zwei bis vier erhalten zusammen 45.000 Euro. Zur Jury zählten zahlreiche Architekten und Bauexperten, darunter Kreisbaumeister Georg Meier. Geleitet wurde die Runde vom Würzburger Hochschul-Professor und Architekt Dr.-Ing. Martin Schirmer.

Die Lokalpolitik war unter anderem durch Reischl und die Vizelandrätinnen Marianne Klaffki (SPD) und Marese Hofmann (Grüne) vertreten, beide leben im Hebertshausener Gemeindegebiet.

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