Regionaler Arbeitsmarkt in der Coronazeit

„Der Virus traf alle Wirtschaftsbranchen im Landkreis Dachau “

Grafik: Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freising zwischen März 2020 und Februar 2021
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Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freising zwischen März 2020 und Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahr.

Vor einem Jahr brachte die Corona-Pandemie das öffentliche Leben zum Stillstand: Der erste Lockdown trat in Kraft, es galten Kontaktverbote, Restaurants und Geschäfte mussten schließen. 

 „Die Auswirkungen der Pandemie im Frühjahr 2020 waren unmittelbar auf dem regionalen Arbeitsmarkt spürbar. Betroffen waren nahezu alle Wirtschaftszweige und Personengruppen“, resümiert Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising. „Wir hatten quasi über Nacht eine Situation in punkto Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, deren Dimension alles in den Schatten stellte, was wir bisher aus Krisen kannten. Und ein Ende ist bisher nicht wirklich absehbar.“ Es ist der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit, der den Beginn der Pandemie verbildlicht: Von März auf April 2020 stieg die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg von 7.379 auf 9.335 Personen an. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,0 Prozent im März auf 2,6 Prozent im April 2020.

Bis August stieg die Arbeitslosigkeit auf einen Wert von 3,0 Prozent an. Die Lockerungen im Sommer und Herbst führten daraufhin zu einer leichten Erholung. Der zweite Lockdown ließ – zusammen mit der saisontypischen „Winterarbeitslosigkeit“ – die Quote wieder steigen: Im Februar diesen Jahres errechnete sich für den Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote in Höhe von 3,1 Prozent. Im Februar des Vorjahres lag diese noch bei 2,2 Prozent. Somit waren im Februar 2021 11.506 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 3.495 Frauen und Männer mehr als zwölf Monate zuvor. Die Arbeitslosigkeit stieg, die Nachfrage nach Personal brach deutlich ein: Befanden sich im Februar 2020 noch 4.739 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit, so waren es heuer 1.064 Stellen weniger. Dies entspricht einem Rückgang von -22,5 Prozent. „Die verhaltene Personalnachfrage ist ein Effekt der Pandemie, der uns noch längerfristig beschäftigen könnte: Viele Betriebe werden je nach Bedarf erst einmal die Kurzarbeit reduzieren oder beenden, bevor sie an Neueinstellungen denken“, erklärt Windisch. Etwas Hoffnung macht, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften zuletzt wieder zunahm: Arbeitgeber meldeten 898 freie Stellen in den vier Landkreisen, das waren 223 Angebote mehr als noch zu Beginn des Jahres (+33 Prozent).

Der massive Einsatz von Kurzarbeit, besonders in den Bereichen Verkehr- und Lagerei, im Handel und im Gastgewerbe, stabilisierte in den letzten Monaten den Arbeitsmarkt. Entlassungen konnten dadurch vielfach vermieden werden. In den Monaten März 2020 bis Februar 2021 sind von rund 7.880 Betrieben vorsorglich Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für rund 107.850 Mitarbeiter eingegangen. Auswertungen zur realisierten Kurzarbeit zeigen, dass zu Beginn der Pandemie in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg in 1.918 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Betroffen waren 16.310 Männer und Frauen. Den bisherigen Höchststand erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im April 2020. Betroffen waren 47.344 Mitarbeiter. Die aktuellsten Zahlen sind aus dem Monat Oktober: Im Herbstmonat wurde in 1.812 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Entgegen dem bayern- und bundesweiten Trend hat die Zahl der zwischen Oktober und Februar gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zugenommen (+20 Stellen). Die jungen Menschen konnten zuletzt aus 2.327 bei den regionalen Arbeitsagenturen gemeldeten Ausbildungsstellen wählen. „Jugendliche, die noch keine berufliche oder schulische Perspektive für den Herbst haben, sollten sich jetzt beraten lassen“, rät Windisch. Dies ist unter Telefon 08161/171510 möglich.

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