Genossenschaft „Habt ein Herz für soziale Berufe!“ nimmt Fahrt auf 

Vermieter im Landkreis Dachau gesucht, die Gutes tun wollen

Bernhard Seidenath
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Bernhard Seidenath, der Initiator der Genossenschaft „Habt ein Herz für soziale Berufe!“

Die bayernweit einmalige Genossenschaft „Habt ein Herz für soziale Berufe!“, die im Landkreis Dachau Wohnungen anmietet und an Angehörige sozialer Berufe weitervermietet, nimmt Fahrt auf. 

Zwei Wohnungen sind inzwischen im Bestand der Genossenschaft, wie Vorständin Sabine Appel und Initiator Bernhard Seidenath kürzlich bekannt gaben. Gesucht werden nun weitere Vermieter, die Gutes tun wollen und dabei selbst profitieren.

„Soziale Berufe halten unsere Gesellschaft zusammen – ohne Pflegekräfte oder Erzieherinnen geht es nicht. Um den Mangel an Fachkräften abzumildern, braucht es in der Metropolregion München und gerade im Landkreis Dachau bezahlbaren Wohnraum“, fordert Appel. Dies sei das Ziel der Genossenschaft „Habt ein Herz für soziale Berufe“, die sich im Sommer 2019 auf Initiative des Dachauer Landtagsabgeordneten Seidenath gegründet hatte. Als Gründungsgenossen schlossen sich die Helios Amperkliniken, der Pflegedienst miCura und der Pflegeheimbetreiber Kursana zusammen.

Die Genossenschaft mietet Wohnungen an, die dann wiederum von den Arbeitnehmern der Genossen belegt werden. Dies bedeutet einen Nutzen für den Vermieter, Arbeitgeber, Arbeitnehmer sowie für die Gesellschaft selbst. Auf Seidenaths Initiative, der im Landtag auch den Gesundheits- und Pflegeausschuss leitet, fördert der Freistaat Bayern die Genossenschaft mit 60.000 Euro. „Sie könnte sich als Modell auch für andere Regionen eignen. Das Interesse ist durchaus groß. Wir hatten schon Anfragen aus Landshut und dem Oberland“, berichteten Appel und Seidenath.

Thomas Liebhart, Direktor des Kursana-Domizils Dachau, brachte bereits Mitarbeiter in den Wohnungen unter, welche die Genossenschaft anmieten konnte. „Gerade wer aus anderen Ländern als Fachkraft zu uns kommt, ist dankbar für ein Wohnungsangebot“, erklärt er. Vorständin Appel berichtete, dass die Genossenschaft im Moment vor allem kleinere Wohnungen mit bis zu zwei Zimmern möglichst in S-Bahn-Nähe suche. „Hier ist der Bedarf am höchsten. Aber wir sehen uns selbstredend auch alle anderen Angebote an.“

Seidenaths Ziel ist es, den Kreis der sozialen Arbeitgeber zu erweitern. Der Bedarf an Fachkräften und somit an sozialen Wohnungen wird seiner Meinung nach weiter wachsen.

Wohnungseigentümer, die sich eine Vermietung an „Habt ein Herz für soziale Berufe“ vorstellen, können sich an Appel wenden: telefonisch unter 08131/275 80 25 oder per Mail unter wohnungsgenossenschaft@hvi-flack.de.

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