Die Dachauer Lange Tafel findet dieses Jahr statt.

Lange Tafel - ein Opfer des Erfolges?

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Die Lange Tafel findet dieses Jahr statt. Doch die Stadt willsich zusammen mit den Organisatoren ein neues Konzept zur Finanzierung ausdenken.

Dachau - Isabelle Seeber und „ihr Team“ kümmerten sich sich bisher ehrenamtlich um die Organisation des Straßenfestes. Das könnte sich ändern...

Wie lange wird es die Lange Tafel noch geben? Mit dem Thema wie sie zukünftig finanziert werden kann, mussten sich die Stadträte im vergangenen Haupt- und Finanzausschuss beschäftigen. Isabelle Seeber, die das Straßenfest in der Dachauer Münchner Straßeseit 14 Jahren ehrenamtlich organisiert, forderte einen Zuschuss in Höhe von rund 24.000 Euro von der Stadt. 

Laut eigener Aussage, ist sie seit Januar damit beschäftigt, die Lange Tafel auf die Beine zustellen. Doch finanziell kommt sie in Bredouille. Der Zuschuss der Stadt sollte ihr helfen „wenigstens mit Null raus zu gehen“. Florian Schiller (CSU) lobte ihren Einsatz und betitelte die Lange Tafel als „herausragend“ und als gute Werbung für Dachau. Die übrigen Stadträte schlossen sich dem an. Allerdings musste sie sich neben dem Zuspruch auch die Aussage von Edgar Forster (FW) gefallen lassen, sie müsse das Ganze mehr von der kaufmännischen Seite betrachten. Jedes Geschäft müsse seine eigenen Ausgaben decken. 

Seeber, die Inhaberin der „Candisserie“ ist, sowie Vorsitzende des Bund der Selbständigen, äußerte sich dazu: „Selbstverständlich sehe ich auch die wirtschaftliche Perspektive. Allerdings sollte die Lange Tafel als Dankeschön an die Kunden, einFamilienfest bleiben und keine gewinnbringende Veranstaltung werden.“ Damit Jeder spontan kommen und gehen kann, widersprach Seeber dem Vorschlag von Sabine Geißler (Bündnis für Dachau), einen „Pflicht-Eintrittspreis“ einzuführen. Diese war der Meinung, dass jeder Besucher gerne zwei Euro zahlen würde, um die Aufwandskosten zu decken. Doch Seeber machte deutlich, dass der dabei entstehende Mehraufwand noch teurer wäre, als der Zuschuss, den sie beantragt hatte: Wer kontrolliert die Eingänge? Müssten Anwohner Eintritt bezahlen, nur weil sie das Gelände betreten oder würden spezielle Eintrittskarten für sie weiteren bürokratischen Mehraufwand bedeuten? 

„Diese Dimensionen sind einfach zu hoch für ein Straßenfest“, erklärte Schiller. Er schlug deshalb vor, die Lange Tafel in diesem Jahr ausfallen zu lassen, um die Zeit bis 2020 zu nutzen und einneues finanzielles Konzept zu entwerfen. Dieser Vorschlag war für viele Stadträte keine Option, denn das würde laut Luise Krispenz (Grüne) zu Verwirrungen bei den Bürgern führen. 

Der Ausschuss einigte sich darauf,die Lange Tafel dieses Jahr stattfinden zu lassen und sie finanziell zu unterstützen. Die Stadt bezuschusst einmalig 20.000 Euro, um heuer den Festcharakter mit dem vielseitigem Rahmenprogramm ohne Eintritt erhalten zu können. Im Laufe des Jahres soll ein neues Konzept entworfen werden, um dieses finanzielle Problem zu klären. „Die Lange Tafel scheint inzwischen ein Opfer ihres Erfolgs geworden zu sein“, erklärte Schiller. 

Seeber stimmte dieser Kompromiss-Lösung zu. Diese beinhalte für sie persönlich auch ein

Überdenken ihrer weitere Aktivität und Position als Organisatorin

: „Dieses Jahr bleibt alles unverändert. Zukünftig will ich aber nicht mehr alleine in der Verantwortung stehen und mit meinem Namen für alles haften.“ Sie beklagte außerdem, dass die Sicherheitsauflagen immer höher würden und ihr die Zeit fehle, sich damit immer intensiver auseinander zu setzen. Deswegen sollte sich die Stadt schon bald entscheiden, wie sie dieses Problem in Angriff nehmen will, denn Nachfolger, als ehrenamtliche Organisatoren gibt es bislang nicht...

ste

Quelle: Dachauer Rundschau

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