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Huber für Windkraft-Privilegierung

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Verfechter der Energiewende: der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber. © Foto: Kramer

Egenhofen - Eigentlich wollte Marcel Huber, der Bayerische Umweltminister, in der Furthmühle nur die Grundzüge der bayerischen Umweltpolitik erläutern.

Der Anlass: der Neujahrsempfang der Egenhofener CSU. Umweltpolitik ist indes ein schwieriges Thema, denn „in meiner Position sitzt man zwischen allen Stühlen“, sagte der Minister. Wobei die „alten Fronten“ nicht mehr gelten: Bei manchen Fragen ziehen nun die Landwirte und Naturschützer an einem Strang, zum Beispiel bei der Energiewende. Es war das Thema, das den meisten der rund 100 Zuhörer unter den Nägeln brannte.

Energiewende bedeutet auch Veränderungen in der Landschaft

Der Minister erläuterte: „Der Umbau unseres Wirtschaftssystems von einer Kohlenstoff- und Atom-basierten Energiewirtschaft zu einer nachhaltigen Energieerzeugung geht nicht spurlos an unserer Landschaft vorbei.“ Huber nannte als Beispiele: Windräder, Dämme, Stauseen oder auch Pumpspeicherkraftwerke. Die „abstrakte Zustimmung“ zur Energiewende sei zwar groß, aber sobald in der eigenen Umgebung entsprechende Bauwerke errichtet werden sollen, sinke die Toleranz erheblich, klagte Huber. Richtig spannend wurde es hinterher, im Gespräch mit der Presse, an dem sich auch Pfaffenhofens Bürgermeister Helmut Zech (CSU) beteiligte: Der Umweltminister sprach sich klar für die Beibehaltung der Privilegierung für Windkraftanlagen aus – anderweitigen Überlegungen, wie sie kürzlich der CSU-Landratskandidat Stefan Löwl ins Spiel gebracht hatte, erteilte Huber eine deutliche Absage.

Windräder - eine Sache der Kommunen

Der Minister bestätigte jedoch die Pläne der Staatsregierung, die Entscheidungshoheit für die Errichtung von Windrädern an die Kommunen abzugeben. „Wenn vor Ort darüber Konsens besteht, dann können entsprechende Anlagen gebaut werden“, führte Huber aus. Das Gremium dafür sei der Gemeinde- oder Stadtrat. Zech begrüßte einerseits den wachsenden Spielraum einer Kommune, andererseits schränkte er ein: „Damit ist der Schwarze Peter bei uns.“ Minister wie Rathauschef waren sich allerdings einig: „Die Energiewende geht nur mit und nicht gegen die Bürger.“

kho

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