Mehr Gewerbeflächen und einen bayerischen Biergarten

Diskussion über die Gewerbeentwicklung in Dachau: Von links Sebastian Stirner, Kreissprecher der WJ, Tobias Schumacher, Bundesvorstand der WJ, Oberbürgermeister Peter Bürgel und Martin Reuter, Geschäftsführer der marco GmbH. Foto: Leiß

Dach

au (sel) An der Veranstaltung nahmen Vertreter von WJ und Unternehmen teil. Kritik prasselte dabei auf die Bürgerinitiativen herab, die Neuausweisungen verhindern wollen. Martin Reuter, Geschäftsführer der marco GmbH wurde dabei mehr als deutlich: „Der Karlsfelder Bürgerentscheid ist eine Katastrophe!“ Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU), der ebenfalls zum Thema Stellung nahm drückte es vorsichtiger aus: „Die Entwicklung von Gewerbeflächen ist ein Problem“, sagte er und ging dabei auch auf das unbebaute Schuster-Gelände südlich der Schleißheimer Straße ein. Die Erschließung sei nur über Karlsfelder Gebiet möglich und wegen des dortigen Bürgerentscheids im Dezember 2010 „leider untersagt“. Es werde oft vergessen, dass es im Einklang mit dem Umweltgedanken sei, wenn die Menschen vor Ort arbeiteten. „Wir müssen Wohnen und Arbeiten zusammenführen“, forderte Bürgel. Auch im Hinblick auf die Finanzierungssituation der Kommunen machte der OB deutlich, dass die Gewerbesteuer „fast die einzige Einkommensschraube für Gemeinden ist.“ Politisch wünschte er sich mehr Durchsetzungskraft der Parteien: „Man muss den Mut haben und sagen: Ich brauche neue Gewerbegebiete“. Die Eingriffe in die Natur müssten dabei einem „Abwägungsprozess“ unterliegen. Martin Reuter erläuterte, dass neue Gewerbeflächen nötig seien, „um Einkommen zu schaffen“. Problematisch sei in Deutschland die „gesellschaftliche Akzeptanz der Industrie“. „Wir müssen uns mittlerweile mit dem verstecken, was wir produzieren“, fasste Reuter zusammen. So verwende sein Unternehmen den Begriff „Longwall Control“ für den Steinkohlebergbau. „Man muss gesellschaftlichen Rückhalt für das haben, was man tut. Das ist das Schwierigste“, so der Geschäftsführer. Die Diskussion befasste sich auch mit der Energiewende. Die Einschätzungen waren gespalten. Während Martin Reuter für eine Beibehaltung fossiler Energiequellen plädierte und ein Mann aus dem Publikum für die Atomkraft warb („die sicherste Energie der letzten 50 Jahre für uns“), sprach sich Tobias Schumacher, Bundesvorstand der WJ, für einen schnelleren Ausbau der regenerativen Energien aus.

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