Den Menschen näherbringen, was ein Handwerker eigentlich ist - Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft

Von

WALTER HUEBER, Dachau - Mit einer Persiflage auf die Touristenbespaßung im seligen Bayernland ummantelte die Kreishandwerkerschaft ihren inzwischen zehnten Neujahrsempfang. Die Überraschung gelang, die manchmal nicht sofort begreifenden Gäste amüsierten sich köstlich über die Liaison der Handwerker mit der Kleinkunstszene Dachaus. Kreishandwerksmeisterin Irmgard Hetzinger-Heinrici überließ die umfangreiche Begrüßung der Chefkomödiantin Karen Breece und blickte kurz auf die Rednerliste der bisherigen Empfänge zurück. In der sind unter anderen Abt Odilo Lechner, Siegmund Gottlieb und Heinrich Traublinger zu finden. Den sprichwörtlich goldenen Boden des Handwerks sieht die Kreishandwerksmeisterin eher bei den Kunden und Auftraggebern, für die Zunft stellte sie die Überlegungen für die zukünftige Ausbildung des Nachwuchses in den Raum. „Ausbildung beginnt nicht erst beim Abitur“ reklamierte sie und betonte, dass sich nicht nur die Kommunen über das zukünftige Bildungsschema Gedanken machen müssen, auch das Handwerk sei gefordert, die neue Situation zu bewältigen. Die Form der sicher notwendigen Sparmaßnahmen der Kreisstadt gefällt der Kreishandwerksmeisterin weniger, denn die drastische Kürzung der Gelder für die Initiative Stadtentwicklung sieht sie eher kontraproduktiv. Auch die Steuersenkungen der Bundesregierung betrachtete Hetzinger-Heinrici kritisch, denn die hätte man nach ihrer Meinung statt bei den Hoteliers wo anders ansetzen sollen, um breitere Schichten der Bevölkerung einzubinden. „Vielleicht kann die Politik etwas lernen, wenn sie die Werbekampagne des Zentralverbands des Deutschen Handwerks verfolgt, der 50 Millionen Euro in die Hand genommen hat, um den Menschen näher zu bringen, was ein Handwerker eigentlich ist“ warb die oberste Handwerkerin des Kreises. (Die Kampagne startet am Samstag, 16. Januar in allen privaten Fernsehsendern und am Sonntag, 17. Januar in den öffentlichen TV Sendern zeitgleich jeweils um 20:14 Uhr) Direktor Hermann Krenn von der Sparkasse Dachau begrüßte als Hausherr die Gäste und unterstrich die Verbundenheit seines Geldinstitutes mit den Handwerkern. Mit beeindruckenden Zahlen belegte er die positive Bilanz des vergangenen Jahres und betonte, dass sowohl Sparkasse als auch Volksbank-Raiffeisenbank auch zukünftig stabile und verlässliche Partner des Handwerks und des Mittelstandes bleiben werden. Bürgermeister Peter Bürgel lobte die Gäste: „Sie können stolz sein auf ihre soliden Betriebe, sie bilden die Basis für eine positive Zukunft“. Die Stadt habe in den letzten sechs Jahren 75 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert und auch bar bezahlt, keiner ist glücklich dass jetzt gespart werden muss“. Auf die Klage der Kreishandwerksmeisterin erwiderte er: „Wir müssen unsere Strukturen aufrecht erhalten und können für neue Projekte wie die Stadtentwicklung keine Schulden aufnehmen“. Landrat Hansjörg Christmann bestätigte, das 2009 im Grunde genommen ein gutes und stabiles Jahr war. Die Situation der Gemeinden werde aber im jetzt begonnenen Jahr dramatisch und wir werden alle Anstrengungen unternehmen müssen, dem zu begegnen. Allein die Herausforderungen für die zu steigernden Hartz4 Leistungen werden mindestens einen Punkt Kreisumlage kosten. Der Landrat hofft, dass die energetische Politik mithilft, die Zukunft zu meistern. Er verwies auf die Neugründungen von Firmen, die im Landkreis mit 3,1 % zu vermerken seien. Wichtig seien die Arbeitgeber und Ausbilder für die Zukunft. Christmann schloss sein Grußwort mit „Bei aller Sorge bin ich für 2010 sehr zuversichtlich, aber jeder muss noch mehr tun und anschieben. Der lang und mit Spannung erwartete Priv. Doz. Prof. Dr. Dr. Karl Rauchfang, Dir. Univ. Wien, beendete seine Festrede, die gespickt war mit Floskeln, Spitzen und Allgemeinplätzen mit dem Hinweis, dass bei schlechtem Wetter am Sonntag der Metzgerball um eine Woche verschoben wird. Spätestens dann wurde jedem klar, nicht nur das neue Jahr, auch der Fasching hat begonnen. Beim abschließenden Stehempfang war für alle Gäste und Akteure Gelegenheit zum intensiven Meinungsaustausch, was bei einem fulminanten Buffet gründlich genutzt wurde.

Auch interessant:

Meistgelesen

Die Stadt will einen „kommunalen Denkmalschutz“ einführen
Die Stadt will einen „kommunalen Denkmalschutz“ einführen
Gymnasium Markt Indersdorf ist jetzt eine „Schule ohne Rassismus“
Gymnasium Markt Indersdorf ist jetzt eine „Schule ohne Rassismus“

Kommentare