Dachau/Fürstenfeldbruck/ Michael Schrodi

Kein Sprint, sondern ein Marathon

+
Bundesabgeordneter Michael Schrodi (SPD) berichtete von seinem ersten Jahr im Bundestag.

Dachau - Bundesabgeordneter Michael Schrodi (SPD) zog nach einem Jahr im Bundestag für den Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck Bilanz.

Bundestagsabgeordnete der SPD haben es gerade nicht leicht. Die Wahlergebnisse sind desaströs, in der Großen Koalition fühlen sie sich oft übergangen, und immer wieder passieren strategische Fehler. „Wir müssen uns wieder einen eigenes Profil erarbeiten“, erklärte Michael Schrodi, der seit einem Jahr als SPD-Abgeordneter für den Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck im Bundestag sitzt. Dort hat er sich schon einen Namen gemacht: „Die zwölf Apostel“ oder „das dreckige Dutzend“ sind die Spitznamen einer Gruppe von zwölf jungen Abgeordneten, der sich Schrodi angeschlossen hat. Das Ziel: „Den Erneuerungsprozess der SPD anzutreiben“, sagte er. „Wir brauchen eine ergebnisoffene Diskussion über die inhaltliche und personelle Zukunft.“ Die SPD sei seit jeher „die Schutzmacht der Menschen vor den Härten des Kapitalismus“ gewesen, darauf müsse man sich wieder konzentrieren. Schrodi gab zu, dass vor der Landtagswahl Fehler gemacht wurden: „Wir hätten klarer Themen setzen müssen, und auch eine sprachliche Zuspitzung der Kampagne wäre notwendig gewesen“, stellte er fest. Auf Bundesebene wiederum hätte sich die Partei „zu lange von der Union auf der Nase rumtanzen lassen“, bemerkte Schrodi. „Und unsere eigenen Erfolge verkaufen wir nicht gut.“ Im Bundestag sitzt Schrodi im Finanz- und Umweltausschuss und ist dort unter anderem für das Familienentlastungsgesetz zuständig. Außerdem betreut er die Grundsteuerreform. „Es waren meine beiden Wunschausschüsse“, bekräftigte er. Nicht ganz so zufrieden ist er mit der Zusammenarbeit mit der Union. „So eine Politik wie sie Bundesinnenminister Horst Seehofer macht, ist nicht tragbar“, gab er zu bedenken. Noch sei nicht klar, ob die Große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode durchhalte: „2019 müssen wir schauen, ob wir unsere Inhalte noch durchsetzen können oder ob wir besser austreten.“ Sollte es Neuwahlen geben, wäre Schrodi dafür, ein Bündnis mit den Grünen und der Linkspartei anzustreben. Leicht wird es für die SPD so oder so nicht aus dem Tief rauszukommen. Es ist auch für Schrodi harte Arbeit. Im Bundestag sind 70- bis 80- Stundenwochen keine Seltenheit. Künftig will er auch in den Landkreisen, die er betreut, noch häufiger vor Ort sein. „Das ist wird kein Sprint, sondern ein Marathon“, erklärte er.

cla

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Dein Freund und Lebensretter
Dein Freund und Lebensretter
Keine Aussicht auf Genehmigung
Keine Aussicht auf Genehmigung

Kommentare