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Karlsfeld braucht mehr Gewerbe

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Engagierte Bürgerforums-Teilnehmer (von links): Gabriele Till, Herbert Käser, Birgit Piorué und Hans Eller © Foto: Kramer

Karlsfeld - Nach der ersten Runde des Bürgerforums Gewerbe sind sich Bürger, Verwaltung und Rathaus-Chef einig: Es müssen mehr Firmen her.

Die finanzielle Lage der größten Landkreis-Gemeinde ist nicht gut. So lautet der Kehrreim von Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe bei vielen seiner öffentlichen Auftritte. Daher plädiert er seit Jahren für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen. Bisher vergeblich. Vielleicht ändert sich nun etwas. Denn beim ersten Treffen des Bürgerforums Gewerbe herrschte eine kooperative Atmosphäre – obwohl sich dort Unternehmer und Naturschützer, Neue-Mitte-Gegner und -Befürworter gegenüber (oder auch Seit‘ an Seit‘) saßen. Alle eint indes die Liebe zu ihrer Heimatgemeinde, jede und jeder will nur das Beste, das wurde schnell klar.

Neben Geld auch keine Flächen

Kommune wie Einwohner haben ein gemeinsames Problem: Es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch an Flächen, um neue Firmen anlocken zu können. Deren Gewerbesteuerzahlungen wären jedoch dringend nötig, um das Schuldenloch von gegenwärtig fast 12 Millionen Euro zu stopfen. Der kommunale Wirtschaftsförderer Peter Freis machte eindringlich klar, wo der Schuh drückt: Im letzten Jahr hätte er 61 Anfragen von Firmen auf den Tisch bekommen, die sich in Karlsfeld ansiedeln oder expandieren wollten. Nur in zwei kleineren Fällen konnte er weiter helfen. Zudem seien in letzten fünf Jahren „fünf gute Gewerbesteuerzahler“ abwandert, weil sie sich nicht ausdehnen konnten, so Freis weiter. Mehr als zwei Stunden sammelten darauf die rund 30 Bürger Gedanken und Ideen, wie man Karlsfeld auf die Sprünge helfen könne; kompetent moderiert von Dana Gerber und Waldemar Martin (beide vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München).

Blick über die Gemeindegrenzen

„Wenn es intern nicht klappt, müssen wir uns Hilfe von außen holen“, begründete Stefan Kolbe. Der Rathaus-Chef hörte nach einer kurzen Einleitungsrede den ganzen Abend aufmerksam zu, mischte sich aber nicht ein. Um zwei Kernthemen wird es im weiteren Procedere gehen: der naturverträglichen Ausweisung neuer Gewerbeflächen und der Möglichkeit zur Verdichtung bestehender Areale. Außerdem müsse der Blick auch über die Gemeindegrenzen gerichtet werden, betonte die Karlsfelder BN-Vorsitzende Marion Matura-Schwarz, die Stichworte lauten: Westallianz und Zwischen Dorf und Metropole. Das nächste Treffen ist für den 13. Mai angesetzt.

kho

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