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Geht der grüne Charme Dachaus kaputt?

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Dieses Bild vom Neubau in der Burgfriedenstraße 21 (rechts hinten) zeigt deutlich, wie weit der Neubau an der Straßenfront gegenüber dem Altbau (links) hervorspringt. Doch auf der Rückseite im Neubau-Garten steht noch ein zweites Doppelhaus. © Sponder

Dachau - Nachverdichtung in der Burgfriedenstraße kontra Landschaft zersiedeln

Vier Doppelhaushälften in der Burgfriedenstraße 21 in Dachau, wo zuvor ein Einfamilienhaus stand, ist Herta Sedlmeier und 22 weiteren Unterzeichnern einer Unterschriftenliste eindeutig zu stark nachverdichtet. Sedlmeier: „Die Stadt soll auf unser Dachau achten, dass es noch grün bleibt. Das macht den Charme aus“. Ein Doppelhaus statt zwei hätten es nach Ansicht von Herta Sedlmeier auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück auch getan: „Es geht uns um den Erhalt des Gartenstadtcharakters in der Burgfriedenstraße.“ Warum sie sich erst jetzt, nachdem die Neubauten fast fertig sind, zu dem Bauprojekt zu Wort meldet, begründet Sedlmeier so: „Die unmittelbaren Nachbarn haben unterschrieben. Ich bin erst die übernächste Nachbarin. Ich habe das vorher gar nicht so mitbekommen.“ Außerdem sei es widersinnig, einerseits Begrünung zu bezuschussen und andererseits so eng zu bauen. Andere, die angefragt haben, hätten den Bescheid bekommen, sie dürften kein zweites Haus hinten in den Garten bauen. Aber für den Petershausener Investor sei das jetzt möglich. Bauamtsleiter Michael Simon wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Für die rückwärtige Bebauung gab es bereits in der nahe gelegenen Schwanklerstraße einen Präzedenzfall. Daher mussten wir nach Paragraph 34 der Bayerischen Bauordnung genehmigen. Ich persönlich finde es ein bisschen schade, dass jetzt da hinten reingebaut wurde.“ Andererseits halte er die Burgfriedenstraße durchaus für einen Bereich, in dem Nachverdichtung vorstellbar sei. „Die Alternative ist doch, dass wir am Stadtrand die Landschaft noch mehr zersiedeln und zusätzlichen Verkehr produzieren. Nachverdichtung ist eine Möglichkeit, mit dem Siedlungsdruck fertig zu werden.“ Doch von einer grundsätzlichen Entscheidung zur Nachverdichtung der Burgfriedenstraße will er trotzdem nicht sprechen. Dabei gehe es nicht um die Anzahl der Gebäude, sondern nur nach Länge, Breite und Höhe. Allerdings liege das im vorliegenden Fall am oberen Rand des Vertretbaren.

srd

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