Gerichtsverhandlung

Sexueller Missbrauch vor Gericht

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Sichtlich bestürzt (von links): KJR-Vorsitzender Herbert Kaltner, Jugendamtsleiter Ulrich Wamprechtshammer und KJR-Pflegerin Britta Wagener

Dachau - Ein heute 45-jähriger Dachauer war für lange Zeit Leiter des Ainhofener Sommer-Zeltlagers des Kreisjugendringes (KJR) Dachau.

Nun kam heraus, dass er im August 2011 dort zwei Mal einen 13-jährigen Jungen sexuell missbraucht hat, weil sich das Opfer anderen Leitern anvertraute. Daraufhin gestand der Leiter bei der Polizei vier weitere Fälle aus den Jahren 2003, 2005, 2007 und 2008, bei denen er sich an Jungen vergriffen hat. Dieser Fall wird aktuell im Landgericht München II bearbeitet. Um mit der Sache so „transparent wie möglich“ umzugehen, lud der KJR zum Pressegespräch ein. Dieser war sichtlich bestürzt über die Vorkommnisse. Der Schock und die Bestürzung sei „unfassbar groß“, sagte Vorsitzender des KJR Dachau, Herbert Kaltner.

Täter bekannt als engagierter Mensch

Er selbst kannte den Angeklagten. Er war seit 1990 beim KJR tätig, zunächst als Betreuer, dann als Leiter. Kaltner beschreibt ihn als engagierten Menschen, beliebt bei den Kindern. Auch die Eltern seien von ihm begeistert gewesen. Er arbeitete Anfang 2011 sogar bei der Erstellung eines neuen Verhaltenskodex mit, das sexuelle Übergriffe verhindern sollte. So steht im neuen Kodex „Betreuer und Kinder müssen in unterschiedlichen Räumen schlafen“, erklärt Kaltner. Der Angeklagte soll seine Opfer vor allem nachts, während diese schliefen, am Genitalbereich berührt haben. Vorher schien er Vertrauen zu den Jungen aufzubauen.

Angeklagter Schuldbewusst

„Der Mann hat seine Stellung als Leiter und die Situationen schamlos ausgenutzt“, betont Jugendamtsleiter Ulrich Wamprechtshammer und möchte damit den Punkt der kriminellen Energie des Täters herausstellen. Leid tut dies allen Anwesenden, das ist zu merken. Jedoch möchte der KJR „nicht das Große und Ganze in frage stellen, weil ohne Vertrauen wäre Jugendarbeit nicht mehr möglich“, erklärt Wamprechtshammer. Im laufenden Gerichtsverfahren zeigt sich der Angeklagte schuldbewusst. In einem Fall soll es laut Anklage auch zum Oralverkehr gekommen sein, was der 45-Jährige jedoch vehement abstreitet. Nach der Vernehmung eines Opfers, ein heute 17-Jähriger, gibt es die Annahme, es könnte noch mehr Missbrauchs-Fälle geben, als bekannt. Das Verfahren dauert noch an. Ein Urteil soll bis zum 17. Juli gefällt werden.

Ähnlicher Fall in 2007

Bereits 2007 gab es Vorwürfe gegen den Angeklagten, er habe einen 16-Jährigen, ebenfalls ein Betreuer, unsittlich angefasst. Jedoch schenkte ein anvertraute Betreuer den Vorwürfen keinen Glauben. Somit ist der Fall nicht weitergereicht worden. „Wir haben von dem Fall nichts erfahren“, beteuert Kaltner. Wenn, hätte man sofort so gehandelt wie 2011. Damals wurden unverzüglich die Behörden eingeschaltet und spezialisierte Beratungsstellen hinzugezogen, welche die Kinder sowie Eltern betreuten.

red

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