Beim Tag der offenen Gartentür öffnete Wolfgang Späth seine Laube.

Oase zwischen Gleis und Hochhaus

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Gartenbesitzer Wolfgang Späth (rechts) erzählt den Besuchern bei gutem Ausblick von seinem Garten.

Dachau - Familie Späth ließ am Tag der offenen Gartentür einen Blick in ihren Selbstversorgergarten mit Bienenvölkern werfen.

Die Sonne brennt, die schwarzen Johannisbeeren hängen glänzend und schwer an den Ästen, der Lavendel duftet und es summt wie brummt, Hummeln kosten vom Salbeinektar und Bienen machen sich über die Schnittlauchblüten her. 

Der Garten der Familie Späth ist nicht nur eine Wohlfühloase und Gemüsebeet sondern auch ein Schlemmerbuffet für Insekten – ein regelrechter Vorzeigegarten also. Deshalb öffnete er am 21. Tag der offenen Gartentür, der vergangenen Sonntag in ganz Deutschland begangen wurde, auch seine Tore für die Öffentlichkeit. 

Trotz schweißtreibender Temperaturen fanden zehn Besucher den Weg in den Karlsfelder Eichenweg, als Werner Gruber, Vorsitzender des Kreisverbandes Dachau für Gartenbau und Landespflege den Tag eröffnete. „Schon 2013 hatte Familie Späth für die Öffentlichkeit geöffnet. Und der Garten hat sich verändert. Ich kann nur meinen Respekt zollen“, sagte er an Wolfgang Späth gewannt, der den Garten eigentlich mit seiner Frau hegt und pflegt, die jedoch krank im Bett lag. Landrat Stefan Löwl lobte: „Sie haben aus diesem Platz zwischen Lärmschutzwand und Hochhäusern eine wahre Oase geschaffen.“ 

In der Tat war das etwa 1.400 Quadratmeter große Areal 2001 beim Kauf lediglich eine trockene Grube gewesen. „Ich habe mir Lkw-weise einen Aushub von einem Hausbau anliefern und am Ende ebenen lassen“, erinnerte sich Späth. Danach ging es stückchenweise voran wie er erklärte. Heute wachsen hier Gemüse, Obst und Kräuter, ein Insektenhotel beherbergt Wildbienen, beim Hang zur Lärmschutzwand wurden mit Steinen Stufen gemauert, in der heute Hummeln und Eidechsen wohnen und in einem etwa 400 Quadratmeter großen, abgetrennten Bereich stehen 30 Bienenvölker mit ihren Bienenstöcken bereit zur Bestäubung. 

Das Summen hat seinen Ursprung also direkt hinter der Gartenlaube, die ein zweites Wohnzimmer der Späths geworden ist. Wolfgang Späth wurde ziemlich bald nach dem Garten zum Hobbyimker Mitglied im Kreisimkerverein Dachau. Sein Honig ist beliebt. „Wegen der vielen Kräuter hier, hat der Honig eine ganz bestimmte Note“, schwärmt der Bienenfreund. 

MdL Bernhard Seidenath spannte somit den Bogen zum Volksbegehren: „Wir müssen nicht nur die Bauern in die Verantwortung nehmen, sondern auch Privatpersonen animieren.“ Er fände es erschreckend, wie viele Gärten er sieht, „wo überhaupt nichts blüht“. Karlsfelds zweiter Bürgermeister Stefan Handl versicherte, dass die Gemeinde etwas gegen die „ritterburgähnliche Einfriedung“ von Gärten tun möchte. Siegfried Lex, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege des Landratsamtes, wünschte allen Besuchern „viele neue Anregungen und gute Gespräche“, denn darum sollte es an diesem Tag hauptsächlich gehen.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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