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Tag des offenen Denkmals

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Der elfjährige Jonas Fondaj kümmert sich liebevoll um den kleinen Friedhof mit Kapelle in Markt Indersdorf (v. l.: Mutter Christine Fondaj, der elfjährige Jonas mit der Kreisheimatpflegerin Birgitta Unger-Richter) © Foto: Pilz

Dachau - Gelebte Denkmalpflege: Elf-Jähriger Jonas setzt ein „Zeichen für Denkmalschutz“

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von Denkmalschutz in Bayern greift der diesjährige Tag des offenen Denkmals im Landkreis Dachau die zentrale Fragestellung der Denkmalpflege auf. „Was ist eigentlich ein Denkmal? Was ist es uns Wert, es zu erhalten?“, wirft Landrat Hansjörg Christmann in den Raum. Meist seien objektive Kriterien für den Schutz eines Denkmals festgelegt, so der Landrat. Die Schönheit und Einzigartigkeit einzelner Denkmäler lasse sich dadurch aber nicht kategorisieren. Für ihn stehe fest: „Die Menschen müssen hinter dahinter stehen“. So werden in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals am 8. September neben der regulär geöffneten KZ-Gedenkstätte, die ehemalige Schiessstätte in Hebertshausen und die Gewächshäuser am Kräutergarten ins Bewusstsein gerückt. „Auch der kleine Friedhof mit Kapelle ist ein Gedenkort, an dem an die Kinder erinnert wird, die in der Kinderbaracke in Indersdorf in den Jahren 1944 und 1945 zu Tode kamen“, bemerkte Unger-Richter. Mittlerweile hat sich ein elf-jähriger Junge der Denkmalpflege dieses kleinen Friedhofs angenommen. Mit großem Pflichtbewusstsein kümmert sich Jonas Fondaj seit drei Jahren um den kleinen Friedhof in Indersdorf mit seiner Kapelle. „Es hat sich Niemand dem kleinen Friedhof angenommen, die Kreuze waren teilweise schon mit leichten Rost überzogen“, berichtete Jonas. Die kleine Kapelle habe ihn einfach interessiert. „Sie war immer verschlossen“, erinnert er sich. Auf sein Drängen hin habe seine Mutter nach dem Schlüssel gefragt. Seit dieser Zeit pflegt Jonas liebevoll den kleinen Friedhof mit der Kapelle. „Jonas ist ein Zeichen für den Denkmalschutz!“, schwärmt Kreisheimatpflegerin Unger-Richter. Häufig gehe es bei den Denkmälern aber auch um Bauwerke, deren künftige Nutzung und Sanierung noch nicht gesichert seien, erinnerte Unger-Richter. Beispiele hierfür seien die Ziegler-Villa oder aber auch die Fußgängerbrücke am Petersberg, die der künftigen Elektrifizierung der Bahn „buchstäblich im Wege steht“. Viele ehrenamtliche Kirchenführer und Mesner im Landkreis nehmen den Denkmalstag zum Anlass, ihre Kirchen zu öffnen, die ansonsten unter der Woche verschlossen sind. „Es ist Schade, dass die meisten Kirchen verschlossen sind“, bedauert Anton Jais, Vorsitzender des Dachauer Forums. „Diese Schätze sollten jederzeit zugänglich für Besichtungen sein“, plädierte er.

(psa)

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