Pilotprojekt „Ottobahn“an der A8 im Landkreis Dachau

Gondel schnell per App bestellen 

Landrat Stefan Löwl besuchte mit Mobilitätsakteuren der Region München
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Landrat Stefan Löwl besuchte mit Mobilitätsakteuren der Region München 2020 das Startup „ottobahn“. Mit vollautomatisierten, miteinander koppelbaren Gondeln sollen zukünftig Personen und Güter kostengünstig, schnell und zuverlässig transportiert werden.

„Wir brauchen neue Mobilitätskonzepte“, sagt Johannes Kneidl (CSU), Bürgermeister der A8-Gemeinde Sulzemoos und Chef der Westallianz, ein kommunaler Bund von sieben Gemeinden aus den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck.

Er hat auch schon eine Neuheit im Auge: die sogenannte „Ottobahn“, eine Gondelbahn auf Stelzen. Die Gondeln sollen Personen auf einer Höhe von fünf bis zehn Metern zu ihren Zielen transportieren. Nicht nach einem festen Fahrplan, sondern auf Anforderung mittels einer App. Die Kabinen fassen bis zu sechs Personen, könnten aber auch individuell gebucht werden, so Kneidl.

Der Sulzemooser Bürgermeister hatte das Startup Ottobahn und dessen Konzept schon im vergangenen Jahr kennengelernt. Zu einem Zeitpunkt, als auch im Dachauer Kreistag über ein Seilbahnsystem zwischen der Landeshauptstadt und der Großen Kreisstadt diskutiert wurde. Kürzlich besuchte er das erst 2019 gegründete Unternehmen in Taufkirchen. Sein Motiv: die problematische Verkehrssituation der A8-Gemeinden. Schon seit Jahren ist klar, dass der Bau einer neuen S-Bahnlinie Richtung Odelzhausen wegen der topographischen Gegebenheiten problematisch sein wird. Schon allein wegen Höhenunterschiede zwischen dem Bergkirchener Moos, dem Fuchsberg bei Palsweis nördlich der Autobahn und dem Sulzemooser Gewerbegebiet an der A8. „Ein Stelzen-gestütztes System, das oberhalb der A8 verläuft, könnte diese Differenzen leichter ausgleichen“, vermutet Kneidl. Ein Konzept, das der Egenburger Verkehrsexperte und frühere ADAC-Sprecher Klaus Reindl schon vor drei Jahren für realisierbar hielt.

Zu einer Zeit, als die Firma Ottobahn noch gar nicht gegründet war. Reindl hatte damals das Transportsystem Bögl im Auge, eine Magnetschwebebahn, die für ihre Trassen ebenfalls auf die Stelzenidee zurückgreift. Das Konzept des Oberpfälzer Unternehmens Bögl findet Kneidl durchaus interessanten, doch an der Ottobahn fasziniert ihn die Flexibilität. „Wenn eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt von Pasing nach Odelzhausen fahren will, dann ist genau nur eine Kabine unterwegs“, erklärt er. Und nicht ein großer Bus, ein ganzer S-Bahn-Zug oder eine Bögl-Bahn-Mehrpersonen-Kabine, die alle nach einem Fahrplan getaktet und außerhalb der morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten halbleer sind. Der Sulzemooser stellt sich Verzweigungen von der Hauptstrecke an der Autobahn in die einzelnen Ortschaften vor, zumindest in die größeren. „Dann wäre das System eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr“, sagt der Westallianz-Chef. Zur Westallianz-Delegation zählten neben Kneidl und der Westallianz-Geschäftsleiterin Dagmar Hendorfer auch die Bundestagsabgeordnete Karin Staffler, der Odelzhausener Bürgermeister Markus Trinkl, der die Mobilitäts-Arbeitsgruppe der Westallianz leitet, dessen Röhrmooser Amtskollege Dieter Kugler, der Dritte Bürgermeister Bergkirchens, Johann Groß (CSU) sowie die Sulzemooser Kreisrätin Stephanie Burgmaier (alle CSU).

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