Windkraftanlage

„Nur ein Molch oder ein Vogel kann das Windrad verhindern“

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Die Mehrheit der Anwesenden stimmte dafür, dass „auf der Germarkung/Flur Pellheim keine Windkraftanlage geplant und erstellt wird.
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Dachau - Bei der Bürgerversammlung für Pellheim drehte sich alles um das geplante dritte Windrad

Schlechte Bus-Anbindung, Frostschäden im Asphalt, Geschwindigkeitsbegrenzungen: diese Probleme rückten bei der Bürgerversammlung für Pellheim in den Hintergrund. Denn die Diskussion zwischen Windradgegnern und Oberbürgermeister (OB) Florian Hartmann nahm die meisten Zeit in Anspruch. Wie vor etwa einer Woche bekannt wurde, planen die Stadtwerke Dachau im Sigmertshofener Holz eine 230 Meter hohe Windkraftanlage. Der Werksausschuss hat in seiner letzten Sitzung den Startschuss für die weiteren Planungen gegeben (wir berichteten). Vor allem Bürger aus Viehhausen, Assenhausen und Pellheim wehren sich nun gegen die Planung und stellten deshalb einen Bürgerantrag. Offenbar aus diesem Grund war die Pellheimer Bürgerversammlung „ein bisschen mehr als sonst“ besucht, wie Hartmann mit Blick auf die zusätzlich herbeigeholten Stühle feststellte. Zwar versuchte der OB das Thema Windkraftanlage auszuklammern, in dem er versicherte, eine gesonderte Informationsveranstaltung abzuhalten, doch die Bürger wollten ihrer Wut Luft machen. Gleich nach seiner Rede durfte sich Hartmann viel Kritik anhören. Lorenz Kranz aus Pellheim trat als Verfechter der 10H-Regelung auf, „die ihr uns wegnehmen wollt“, wie er zu Hartmann sagte. Maria Kreitmair aus Viehhausen wohnt etwa 800 Meter vom geplanten Windrad-Ort entfernt. Sie äußerte Bedenken bezüglich des Lärms sowie zur Schattenbildung. Ihre Äußerung „Wir Menschen werden nicht gefragt, ob wir das Windrad wollen, aber Gutachten für Vögel werden gemacht“ erhielt viel Beifall. Sie warf dem OB vor, dass er sich um die Gesundheit der wenigen Menschen, die dort leben, nicht scheren würde. Gerhard Kreitmair bestätigte: „Es geht nicht um’s Anschauen, sondern um die Lärmbelästigung.“ Die Meisten störte es besonders, dass sie nicht vor dem Beschluss des Werkausschusses von den Plänen erfahren haben. Kranz: „Man sollte doch vor Beschlüssen und teuren Gutachten die Bürger befragen.“ Hartmann erklärte zwar, dass der Beschluss zunächst nur eine weitere Planungen ermöglichte. Es werde natürlich Bürgerbeteiligungen und Gutachten für Lärm, Schatten und Vögel geben: „Wir werden die Richtlinien natürlich einhalten.“ Doch damit schienen die Wogen nicht geglättet. „Mit Verlaub: Nur ein Molch oder Vogel kann dieses Windrad noch verhindern“, war sich Bernhard Hetz sicher. „Menschen spielen hier wohl keine Rolle“, sagte Hetz und bekam erneut Beifall. Schließlich wurde ein Bürgerantrag behandelt. Hartmann versicherte, dass dieser Bürgerantrag im verantwortlichen Gremium behandelt wird.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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