Etzenhausen/Bürgerversamlung

„In Dachau stehe ich nur im Stau"

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Rede und Antwort stand Oberbürgermeister Florian Hartmann in der Bürgerversammlung Etzenhausen.

Dachau - Auf der Bürgerversammlung in Etzenhausen stand im Mittelpunkt der Dauerbrenner Nahverkehr.

Der tödliche Unfall einer Radlerin am Gleisübergang an der Etzenhausener Straße bewegte Sepp Reischl. Er beschwerte sich, dass der Gleisübergang immer noch nur durch eine Umlaufsperre geschützt sei, und welche Schutzmaßnahmen geplant seien. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) musste gestehen, dass die Bahn keinen Nachbesserungsbedarf sehe, dass aber die Stadt Dachau den nahegelegenen Kinderspielplatz in Richtung zum Gleisübergang eingezäunt habe, damit die Kinder noch rechtzeitig vor den Gleisen abgefangen werden könnten. Die Dachauer Verkehrssituation bewegte die meisten Etzenhauser. Das wurde bei der Bürgerversammlung mit rund 40 Bürgern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung deutlich. Günter Zacherl monierte, dass die viele Querungen der Freisinger Straße, vor allem durch Schulkinder, einen Zebrastreifen nötig machen. Hartmann entgegnete, dass nur eine „Beampelung“, aber nicht ein Zebrastreifen wirklich sicher sei, die Stadt sich aber die Ecke Ludwig- Freisinger Straße nochmal ansehen werde. Max Göttler äußerte sich besorgt darüber, wie es mit der Straßenbeitrag Ausbausatzung (Strabs) weitergehe. Hartmann informierte, dass es eine Anweisung von Innenminister Joachim Herrmann gebe, dass die Städte in Bayern vor der Landtagswahl keine Bescheide rausschicken sollten. Nach Gesetzeslage sei das aber rechtswidrig. Im April gebe es eine Gesetzesänderung, die Frage ist dann, wer die 70 Prozent, die die Bürger bisher zahlen mussten, dann übernimmt. Hartmann merkte an, dass die Stadt seit seiner Amtszeit keine Bescheide nach der Strabs verschickt habe. Reischl fragte nach, wie denn die Stadt neue Sportstätten und weitere Infrastrukturmaßnahmen bezahlen wolle. Hartman zählte als Einkommesquellen der Stadt Gewerbe- und Einkomenssteuer auf, ferner könnten Pflichaufgaben der Kommune aus Krediten finanziert werden. Die Gewerbesteuer ließe sich durch ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept steuern, damit sich zahlungskräftige Betriebe ansiedeln. Die Stadt reaktiviere nach diesem Konzept das Seeber-Gelände. Florian Buchner, Lastkraftwagenfahrer, machte seinem Ärger über die Verkehrssituation in Dachau Luft, als der sagte: „In Dachau stehe ich nur im Stau. So kann das nicht weitergehen.“ Hartmanns Anwort, verwies auf das neue Bluetooth-System, das installiert werden soll, um die Fließgeschwindigkeit des Verkehrs, speziell der Busse, zu erhöhen. Auf die Frage Buchners, was er denn machen solle, meinte Hartmann, die beste Position für Autofahrer, sei vor dem Bus, aber am allerbesten sei der Platz im Bus. Buchner meinte darauf amüsiert, dass ein Sitzplatz im Bus für ihn als LKW-Fahrer nicht in Frage komme. Hartmann erwartet eine Lösung des Verkehrsproblems auch dadurch, dass die Dachauer ihr Mobilitätsverhalten ändern. In Mailand werde der Innenstadtverkehr beispielsweise durch eine City-Maut gesteuert, die je nach Verkehrsaufkommen unterschiedlich hoch sei. Letztendlich laufe es darauf hinaus, dass das Verkehrsaufkommen durch Geld gesteuert werde, stellte Hartmann klar. Anreize das Auto stehen zu lassen, wolle die Stadt Dachau durch Fahrrad- und Auto-Mietsysteme erreichen. Hartmann stellte zum Schluss nochmal klar, dass die Verkehrspolitik der Stadt Dachau durch die neuen Stadtratsbeschlüsse in die Offensive gehe, was Ampelzeitverkürzung durch Bluetooth und Mieträder betreffe. Der Bau von Umgehungsstraßen könne erst in zehn bis 20 Jahren realisiert werden, das Machbare habe deshalb Vorrang.

kog

Quelle: Dachauer Rundschau

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