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Regionale Schweinefleischerzeugung in Gefahr?

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Innungsobermeister der Metzgerinnung Dachau Fürstenfeldbruck Werner Braun.
Innungsobermeister der Metzgerinnung Dachau Fürstenfeldbruck Werner Braun. © hueber

Die Schweinepreise auf dem Weltmarkt fallen ins Bodenlose. Innungsobermeister der Metzgerinnung Dachau Fürstenfeldbruck Werner Braun befürchtet, dass durch die aktuelle Berichterstattung der Eindruck entsteht, dass die Gewinnmargen aufgrund sinkender Einkaufspreise für Schweinefleisch größer werden.

Viele Betriebe der bayerischen Metzgerinnungen zahlen aber bereits längst in Absprache mit den Landwirten wesentlich höhere Preise, um auch in Zukunft eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit gewährleisten zu können. „Handel und Verbraucher müssen Mehrleistungen unserer Bauern auch finanziell honorieren“, sagte zuletzt Landwirtschaftsministerin Kaniber. „Sie brauchen eine faire Entlohnung für den Mehraufwand, damit wir auch in Zukunft regionale Erzeuger haben.“

Braun dazu: „Wenn Agrarministerin Michaela Kaniber von der CSU und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freie Wählern den Lebensmitteleinzelhandel explizit auffordern, den Bauern höhere Preise zu bezahlen, dann ist dies daher ein dringender Appell an den Großhandel, dieselbe Fairness an den Tag zu legen, wie es wir Metzger bereits tun.“ Braun weiter: „Regional können Bauern, Metzger und Verbraucher den Markt stark beeinflussen. Denn wenn wir nicht gemeinsam gegensteuern, besteht die Gefahr, dass die regionale Schweinefleischerzeugung nicht nur rückläufig ist, sondern nach und nach verschwinden wird. Diese Geiz-ist-geil-Mentalität gepaart mit einer Extraportion Egoismus galt lange Zeit als Garant für ein erfolgreiches Leben. Dem gegenüber hat das Gleichgewicht von Geben und Nehmen in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Metzger und Landwirt einen hohen Stellenwert“.

Wichtig ist dabei in erster Linie der Ausbau der althergebrachten Vertriebsstrukturen. 95 Prozent der Betriebe schlachten entweder selbst, lassen ihre Tiere bei Kollegen schlachten oder beziehen ihr Fleisch von einem regionalen Schlachthof. Diese regionalen Strukturen sind auch unweigerlich mit einer direkten Verbindung zu den Landwirten vor Ort verbunden und müssen unbedingt erhalten bleiben. Im Vergleich dazu, hinterlässt die industrielle Schweinemast seit Jahrzehnten viele Verlierer. „Wir verfolgen schon immer eine andere Philosophie: Tiergerechte Aufzucht und Haltung, faire und gerechte Bezahlung unserer Landwirte, gesunde Produkte von hoher Qualität“, betonte Innungsobermeister der Metzgerinnung Dachau Fürstenfeldbruck. Braun ist überzeugt, dass auch der Verbraucher seinen Beitrag zum Erhalt regionaler bäuerlicher Strukturen leisten kann:

„Wer an der Theke beim Metzger seines Vertrauens nach bayerischem Schweinefleisch fragt, unterstützt den heimischen Markt und das Tierwohl. Und darf auch weiterhin darauf vertrauen, dass der Schweinsbraten am Sonntag ein regional bayerisches Produkt aus fairer Erzeugung ist!“

hwa

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