Klimaschutz durch regionale Landwirtschaft

Am Tag der Regionen stellten sich drei Landwirte vor

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Konrad Hefele präsentierte am Tag der Regionen seine mobilen Hühnerställe auf seinem Hof in Ainhofen.

Landkreis - Agrarwende erfordert wachsenden Öko-Markt

Über 100 Interessierte folgten der Einladung, am Tag der Regionen. 

Dieser fand nicht wie gewohnt am Petersberg statt, sondern auf drei Höfen, um mit den Bauern ins Gespräch zu kommen. „Denn das Aufeinander-Hören und das Gespräch miteinander sind in letzter Zeit zu kurz gekommen und doch unabdingbar für Verständnis und gemeinsame Lösungen,“ erklärte Jürgen Bauer von der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg. So unterschiedlich die Betriebe Hefele in Ainhofen (Foto), Moslhof in Kleinberghofen und Boschthof in Arzbach auch sind, haben sie doch einige Gemeinsamkeiten.

Alle drei produzieren Kartoffeln und wirtschaften ökologisch. Sie produzieren mehr Sonnenstrom als sie verbrauchen und engagieren sich dafür, dass Landwirtschaft für Verbraucher erlebbar wird. So betreiben auch alle drei einen Hofladen. Daneben vermarktet Konrad Hefele Eier, Nudeln, Kartoffeln und Fleisch über (Naturkost-)Einzelhändler in der engeren Region. Bernhardt Ruile beliefert überwiegend eine große Einzelhandelskette im Großraum München mit Kartoffeln und Anton Kreitmair ein Verarbeitungsunternehmen in Rain am Lech. 

Die Drei sind sich einig, dass eine Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft ein Wachstum des Öko-Marktes erfordert. Auch wenn Kreitmair und Ruile Eingriffe des Staates in Agrarmärkte eher skeptisch sahen, ist der Verbraucher allein mit der Verantwortung für eine Agrarwende überfordert. Hefele fürchtet: „Die Veränderungen zu einer ökologischen und klimafreundlichen Land- und Ernährungswirtschaft fallen zu langsam und zu klein aus.“ Schwierigkeiten bereiten auch die Verarbeitungs- und Handelsstrukturen: Es mangelt an solchen, die den Bauern und den Verbrauchern Überblick, Transparenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten bieten. So gibt es kein Unternehmen in Süddeutschland, das ökologisch erzeugte Kartoffeln abpackt. Hefele fehlt eine staatliche Unterstützung kleiner Unternehmen: „Die durch Dünge-Verordnung geforderte Ausbringtechnik ist teuer und für die Dachauer Landschaft und kleinteilige Betriebsstrukturen, wie meine, nicht angemessen.“ 

Andere Möglichkeiten, die Stickstoff-Ausgasung zu reduzieren würden nicht anerkannt. Keine Zufuhr von künstlichem Stickstoffdünger wäre jedoch ein Anliegen der Biobetriebe. 

Um möglichst viele Betriebe in Landwirtschaft und Ernährung zu erhalten und zu fördern, findet am 3. Oktober 2020 der nächste Tag der Regionen am Petersberg statt.

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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