Die gefährdete Zauneidechse soll in den Grünflächen der Anlage Unterschlupf finden

Reptilienfreundlicher Solarstrom in Dachau

+
Der im Westen des Geltungsbereichs der Photovoltaikanlage, parallel zur Bahn, verlaufende Feldweg verbindet den westlichen Teil Hebertshausen, sowie die S-Bahnstation Hebertshausen mit der Amper-Aue.

Dachau - Photovoltaikanlagen-Flächennutzungsplan mit Denkmal- und Artenschutz

Es gibt Neuigkeiten im Flächennutzungsplan der Photovoltaikanlage Etzenhausen.

Seit September 2019 steht fest, dass sie zwischen Bahn- trasse und dem ehemaligem SS-Schießplatz entstehen soll. Nun beschlossen die Dachauer Stadträte einige Neuerungen. Eigentlich sind die Stadtwerke Dachau der „Vorhabenträger“ des Projekts, denn sie errichten die Anlage selbst und werden sie auch betreiben. Doch da sie kein Eigenbetrieb sind und zur Stadt gehören, entscheiden die Stadträte bei allen Vorhaben mit. Neu ist: Der Flächennutzungsplan des bisherigen Landwirtschaftsareal wird geändert, damit auf dem Grundstück die Freiflächenphotovoltaikanlage entstehen kann. Der bisherige Geltungsbereich dafür umfasste das Flurstück Nummer 1411 (Gemarkung Etzenhausen) und hatte eine Größe von rund 18.070 Quadratmeter (m²). Das Grundstück befindet sich zwar in Privatbesitz, wurde aber von den Stadtwerken, mit einer Option zu Verlängerung, für 20 Jahre gepachtet. Mit der Erschließung (Gesamtheit von baulichen Maßnahmen und rechtlichen Regelungen) des Feldwegs bis zur Prittlbacher Straße, zwischen Plangebiet und Bahndamm (Foto), sowie zwei weiterer Grundstücke, vergrößert sich die Fläche um rund 815 m². 

Anfang des Jahres führten beauftragte Experten eine Kampfmitteluntersuchung durch, bei der Verdachtspunkte festgestellt wurden. Dabei handele es sich, laut Gutachten, um Kohlenwasserstoffbohrungen, bei denen 1985 Erdöl gefördert wurde. Die Errichtung der hier geplanten Anlage ist jedoch zulässig. Bei anderen Vorkommnissen handelte es sich um zivilen Schrott, der mittlerweile entfernt wurde. Bezüglich des Denkmalschutzes der ehemaligen SS-Schießanlage stimmte die Stadt mit dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ab, eine „blickdichte Eingrünung der Freiflächenphotovoltaikanlage“ anzulegen. Diese soll gleichzeitig als Ausgleichsfläche dienen. Kai Kühnel, Zweiter Bürgermeister in Dachau (Bündnis für Dachau) bedankte sich „für die Umsetzung des Grünkonzeptes“ bei Stadtbaumeister Moritz Reinhold und Oberbürgermeister Florian Hartmann. 

CSU-Mann August Haas hatte dazu allerdings noch ein Anliegen: „Mir fehlt in diesem Bericht die Durchlässigkeit des Zaunes um die Anlage. Ohne die kann kein Niederwild wie Hasen oder Rebhühner das Grundstück passieren oder sich dort ansiedeln.“ Reinhold konnte ihn beruhigen, das könne man schnell mit aufnehmen. „Allerdings darf die Lücke nicht zu groß werden“, warnte Kühnel. Großsäuger seien zum Schutz der Zauneidechsen auf dieser Fläche nicht erwünscht. Die Reptilien sind vom Aussterben bedroht und sollen sich wieder vermehrt im Landkreis ansiedeln.

ste

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Ein Hauch von Volksfest in Dachau
Ein Hauch von Volksfest in Dachau
Verspätetes Sommerprogramm
Verspätetes Sommerprogramm
Peter Felbermeier führt als Vorsitzender weiterhin den Verein Dachauer Moos an
Peter Felbermeier führt als Vorsitzender weiterhin den Verein Dachauer Moos an
Keine Tageskarten im Familienbad Dachau
Keine Tageskarten im Familienbad Dachau

Kommentare