Dachau/ Ignaz-Taschner-Gymnasium

„Schule ohne Rassismus“

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Zehn Jahre: Arbeitsgruppe gegen Rassismus

Dachau -  Schüler gründeten vor zehn Jahren eine Arbeitsgruppe.

Angefangen hat vor zehn Jahren alles mit einem Aufmarsch von Neo-Nazis: Darüber hatten sich einige Schüler des Ignaz-Taschner-Gymnasiums so sehr geärgert, dass sie beschlossen, selbst aktiv zu werden. Seitdem gibt es an der Schule die Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus.“ Dieses Schuljahr engagieren sich dort 15 Jugendliche – mit persönlichem Einsatz und Herzblut. Zum Jubiläum haben sie komplett in Eigenregie Freizeit einen Vortragsabend mit dem Haimhauser Berthold Goerdeler organisiert. Dieser ist ein Enkel des Widerstandskämpfers Carl-Friedrich Goerdeler. Goerdeler war von 1930 bis zu seinem Rücktritt Ende 1936 Oberbürgermeister von Leipzig. Nachdem es zum Bruch mit der NSDAP kam, war er unter anderem bei den Planungen für das gescheiterte Hitler-Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg dabei. 1944 wurde er zum Tode verurteilt, am 2. Februar 1945 hingerichtet. 

„Eine bewegende Geschichte“, findet Maximilian Ringsgwandl (18), aus der Q12, der sich in der Arbeitsgruppe engagiert. „Ich hatte vorher noch nie etwas davon gehört.“ „Ich finde es besorgniserregend, dass wir aus der Geschichte anscheinend nichts gelernt haben“, sagt auch Alina Engel (17), ebenfalls aus der Q17. „Gerade jetzt, da rechtspopulistische Parteien wieder am Kommen sind, liegt es uns besonders am Herzen, gegen Diskriminierung vorzugehen“, erklärt sie. Lehrerin Angelika Neumayer, die die Arbeitsgruppe leitet, möchte bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für die Problematik schaffen. „Mir ist es wichtig, die Schüler zu sensibilisieren, damit sie gewisse Entwicklungen erkennen und einschätzen können“, sagt sie. Tatsächlich beschäftigt die Gymnasiasten das Thema: „Wir diskutieren auch im Freundeskreis darüber“, sagt der Zehntklässler Fabian Handfest (17). Er möchte nicht schweigen, wenn er irgendwo rechte Parolen hört oder liest. „Jeder kann etwas machen“, sagte er. „Und wenn man nur hetzerische Aufkleber von Laternenpfosten abreißt.“

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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