Schulbeginn

Stadt Dachau sucht noch Schulweg-Helfer

+
Adrian Wiedermann, zweiter Vorsitzender der Kreisverkehrswacht (KVW), und seine Mitstreiter stellten das neue Transparent vor, das auch heuer an verschiedenen Stellen im Landkreis alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksicht im Umgang mit den schwächsten Verkehrsteilnehmern aufruft.

Dachau - Für 1.400 Erstklässler aus dem Landkreis Dachau begann am vergangenen Dienstag die Schule. Damit begeben sich Viele in eine völlig neue und manchmal risikoreiche Situation – ihren Schulweg.

„Die Gefahren im Straßenverkehr sind auch in Corona-Zeiten geblieben“, sagte Adrian Wiedermann, zweiter Vorsitzender der Kreisverkehrswacht (KVW) Dachau bei einer Pressekonferenz vor Schulbeginn. Wiedemann und seine Mitstreiter stellten das neue Transparent vor, das auch heuer an verschiedenen Stellen im Landkreis alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksicht im Umgang mit den schwächsten Verkehrsteilnehmern aufruft. „Denn Kinder können nun einmal Geschwindigkeiten von Fahrzeugen und Gefahren noch nicht abschätzen“, erklärte Wiedemann. 

„Das wird nicht einfach, weil die Busunternehmen während der Hauptverkehrszeiten gerade am Morgen weder Busse noch Fahrer verfügbar haben“, das erklärte Albert Herbst, der im Landratsamt sowohl für die Schulen als auch für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig ist. Die DACHAUER RUNDSCHAU sprach mit ihm anlässlich des Vorschlags des Kultusministeriums, den Schulbusverkehr in Corona-Zeiten durch Verstärkerfahrten zu entlasten. Herbst zweifelte, ob solche Verstärkerfahrten überhaupt notwendig seien. Denn die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln erübrige das Abstandsgebot. „Mir ist kein Fall bekannt, wo ein Hotspot durch öffentliche Verkehrsmittel entstanden wäre“, fügte Herbst hinzu. Immerhin seien Schüler in öffentlichen Verkehrsmitteln meist nur kurze Zeit zusammen. Herbst kritisierte, dass die Staatsregierung mit ihrem Förderprogramm für Verstärkerbusse erst am Donnerstag vergangener Woche an die Öffentlichkeit trat. 

Das wäre zu kurzfristig gewesen. Erste Rückmeldungen der Busunternehmer zeigten, dass entweder keine Kapazitäten in der Stoßzeit verfügbar seien oder Busse aus Münchner Unternehmen heran gezogen werden müssten. Doch der Freistaat erstatte nur bis zu den Herbstferien pro Kilometer vier Euro. Das seien beispielsweise für eine Fahrt von sechs Kilometern 24 Euro, obwohl die Busunternehmen dafür zwischen 50 und 100 Euro pro Bus und Fahrer veranschlagten. Die Differenz bleibe dann wieder am Landkreis hängen. Eine Entzerrung der Unterrichtzeiten – nicht nur Schulbeginn zwischen 7.45 und 8.15 Uhr – könne da theoretisch mehr bringen: „Ich brauche mindestens eineinhalb Stunden, denn dann könnte derselbe Bus einmal die Realschüler und dann die Gymnasiasten fahren“, erklärte Herbst. Doch da gebe es erheblichen Gegenwind von „allen schulisch Beteiligten“. Herbst zog das Fazit: „Großflächig Verstärkerbusse einzusetzen ist nicht leistbar, weil wir die Ressourcen nicht haben.“ Nach den Herbstferien, wenn auch die Radfahrer wieder mit dem ÖPNV fahren, wisse er mehr. Aber auch dann könne es allenfalls punktuelle Verstärkerfahrten geben.

srd

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Schulische Infrastruktur wird noch attraktiver
Schulische Infrastruktur wird noch attraktiver

Kommentare