Bauzeitliche Häuser und damit Dachauer Markenzeichen schützen?

Die Stadt will einen „kommunalen Denkmalschutz“ einführen

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Eines der Häuser in der Martin-Huber-Straße, das unter den „kommunalen Denkmalschutz“ fallen soll. Es steht mit seinen Erkern und Vorsprüngen für den bauzeitlichen Stil der 1920er Jahren.

Dachau - Mehr Schutz für städtische Eigenarten?

Grenzt es an Enteignung, wenn die Stadt in Abbruchs- oder Änderdungspläne von Häusern eingreift? 

Über diese Frage diskutierten die Stadträte im letzten Bau- und Planungsausschuss. Anlass dafür war das Vorhaben der Stadt, eine Satzung aufzusetzen, die es möglich macht, in Veränderungen an älteren Vorstadthäusern einzugreifen. Konkret geht es in diesem Fall um Häuser in der Martin-Huber-Straße und entlang des Amperwegs. Diese stehen nicht unter Denkmalschutz, haben aber typische Merkmale der Zeit, in der sie gebaut worden sind. Vorsprünge, Erker und Dächer mit Schopfwalmen sind Besonderheiten der 1920er Jahre. Das Stadtbauamt sieht sich in der Verantwortung diese seltenen Straßenzüge, Ensembles oder Quartiere zu erhalten sowie ihren städtebaulichen Eigenarten zu schützen. 

„Die Satzung soll als „kommunaler Denkmalschutz“ gelten, damit eine Gemeinde, unabhängig vom Landes-Denkmalschutz, Stadtteile vor ungewollten Veränderungen schützen kann“, erklärte Bauamtsleiter, Moritz Reinhold. Die Meinungen der Stadträte gingen hierbei auseinander: Volker Koch (SPD) meinte: „Es ist doch gut, wenn wir Einfluss auf solche Veränderungen haben. So können wir die Struktur des Viertels beibehalten.“ Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) und Rainer Rösch (ÜB) sind da anderer Meinung: „Die CSU-Fraktion tut sich sehr schwer mit dieser Satzungsidee. Wo hört denn das auf? Ab wann ist es dann Enteignung und bis wohin ist es „nur“ Vorschrift?“ Amtsleiter Reinhold erklärte daraufhin, dass es sich bei den betroffenen Häusern um die erste Reihe der Martin-Huber-Straße handele, nicht um deren Gärten oder Grundstücke in den zweiten Reihen. 

Horst Ullmann (Bürger für Dachau) schlug deshalb vor, abzuwarten, was die Satzung letztendlich beinhalten würde, um danach zu entscheiden, wie weiter vorgegangen wird.

ste

Quelle: Dachauer Rundschau

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