Keine Lose mehr unter 18

Suchtgefahr am Dachauer Glückshafen?

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Kein Scherz: Kein Loskauf an Minderjährige am Glückshafen

Dachau - Zu erfolgreich: Regierung von Oberbayern verbietet den Losverkauf an Minderjährige.

In den Ohren von Otto Normalbürger mag es wie ein schlechter Scherz klingen, aber es ist keiner: Im städtischen Glückshafen auf dem Dachauer Volksfest dürfen heuer keine Lose mehr an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden. Denn die Regierung von Oberbayern hat die Genehmigung für den diesjährigen Glückshafen nur unter der Bedingung erteilt, dass Minderjährige keine Lose mehr kaufen können. Gemäß einer Mitteilung der Regierung von Oberbayern handelt es sich beim Glückshafen um Glücksspiel. 

Auch auf Nachfrage von Seiten der Stadt Dachau sah die Regierung von Oberbayern mit Berufung auf das Jugendschutzgesetz keine Möglichkeit, den Losverkauf an Minderjährige zu gestatten. Den Glückshafen auf dem Dachauer Volksfest gibt es bereits seit 1894, er feiert also heuer sein 125-jähriges Jubiläum. Just im Jubiläumsjahr ist es den städtischen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern nicht mehr erlaubt, Lose an Minderjährige zu verkaufen. Oberbürgermeister Florian Hartmann kann über das Verbot nur den Kopf schütteln: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass von unserem Glückshafen schon mal ein Kind glücksspielsüchtig geworden ist.“ Hartmann ist aber froh, dass sich das Verbot nur auf die Kaufhandlung, also auf die Geldübergabe bezieht: „Lose aus den Schüsseln ziehen dürfen Kinder und Jugendliche zum Glück nach wie vor.“ Wenn Minderjährige Lose ziehen wollen, muss also immer ein Erwachsener dabei sein, der das Geld übergibt. 

Hintergrund der neuen Regelung: Der Glückshafen nimmt pro Volksfest rund 74.000 Euro ein. Aber ab einer Grenze von 40.000 Euro gehört eine Einrichtung zum Glücksspielmarkt. Damit ist das Loseziehen in diesem Fall offiziell ein Glücksspiel, weshalb Jugendliche gesetzlich davor beschützt werden müssen. 

Der bisher überaus erfolgreiche Einsatz der ehrenamtlichen Helfer erhält nun einen bitteren Beigeschmack... Zumal der Glückshafen nicht nur eine große Attraktion auf dem Volksfest ist, sondern einem guten Zweck dient: Sämtliche Erlöse fließen in die Dachauer Bürgerspitalstiftung, mit der bedürftige Dachauer Bürger unterstützt werden. Die Alternative, nämlich den traditionellen Glückshafen ganz zu streichen, kam nicht in Frage. OB Hartmann: „Der Glückshafen hat eine lange Tradition und bleibt erhalten. Punkt.“

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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