Landkreis/Tacheles

Löwl strebt die Wiederwahl an

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Mit Tacheles zielt er auf die zweite Amtszeit ab: Landrat Stefan Löwl.

Wiedenzhausen - Landrat Löwl startet mit der Veranstaltungsreihe „Tacheles reden!“ seinen persönlichen Bürgerdialog zur Kommunalwahl 2020.

Es war keine der vielen Bürgerdiskussionsrunden, wie sie Landrat Stefan Löwl (CSU) in den vergangenen Jahren schon abgehalten hat. Es war eine CSU-Veranstaltung, auf der Löwl in der vergangenen Woche im Wiedenzhausener Huberwirt auftrat. „Tacheles reden!“ lautete ihr Titel, die CSU-Ortsverbände Wiedenzhausen-Sulzemoos, Bergkirchen, Odelzhausen und Pfaffenhofen an der Glonn richteten sie aus. Rund 70 Interessierte waren aus allen vier Kommunen erschienen. Nicht nur CSU-Fans, sondern auch Anhänger anderer Parteien und Gruppierungen. Löwls Ambitionen sind klar: „Ich würde meine Aufgabe (als Landrat) gerne weiterführen!“ In rund 14 Monaten stehen bekanntlich die Kommunalwahlen an. „Wir müssen reden“, folgerte er. „Wir müssen wissen, was Sie wollen, damit wir es umsetzen können.“ Im Grunde lief der Abend wie viele Löwl-Bürgerdialoge ab: Ein mit Zahlen und Fakten gespickter Vortrag des Landrats, gefolgt von Publikumsfragen. Löwl skizzierte die großen Landkreisthemen: Wachstum, Verkehr, Bildung. Luxusprobleme im Vergleich zu anderen Regionen: „Bei uns geht um zusätzliche Schulen und Kindergärten, in Oberfranken um Schließungen“. Er folgerte: „Da sind mir unsere Probleme lieber.“ Der Landrat eröffnete mit einem Thema, das in den A8-Gemeinden im Herbst für Aufregung gesorgt hatte: das fünfte Landkreis-Gymnasium. Odelzhausen hatte sich beworben, Bergkirchen ebenfalls. Löwl begründete die Kreistagsentscheidung zugunsten Bergkirchens mit den Problemen, die sich aus der Parallelität von G8 und G9 ergäben: „Wir müssen 22 zusätzliche Klassen unterbringen.“ 

Ein Standort in einer Randlage wie Odelzhausen bringe keine Entlastung, betonte der Landkreischef. Wie wichtig der Bildungsstandort ist, machte der Landrat an einer Zahl fest: Mehr als 200 Millionen Euro habe der Kreistag in den vergangenen Jahren in Schulen investiert, darunter in die FOS Indersdorf, die Realschule Odelzhausen oder das MINT-Zentrum am Ignaz-Taschner-Gymnasium (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Der Spargel- und Erdbeer-Landwirt Ernst Wolf war es, der den Flächenverbrauch als „unser größtes Problem“ ansprach. Der Ebersrieder schlug vor, Wohnungen auf Gewerbegebäuden zu erlauben. Löwl stimmte sofort zu und ergänzte, dass Kfz-Stellplätze unter die Erde gehörten – so wie es jetzt auch beim Landratsamts-Neubau geplant sei. Der Orthofer Landwirt Simon Kistler klagte über die Biber-Population an der Glonn und drohte: „Wenn da nichts geschieht, verklage ich das Landratsamt wegen Körperverletzung.“ Löwl warb um Verständnis: „Da können wir nichts tun, der Biber steht unter strengem Naturschutz.“ Dessen Bestand sei zwar hier nicht gefährdet, doch das Amt könne deswegen nicht bestehendes Recht brechen. Die Odelzhauserin Bärbel Riedel erkundigte sich nach dem Schnellbus „Pasing-Dasing“. Löwl erklärte: „Das Problem liegt in Aichach, die ziehen nicht mit.“ 

Deswegen arbeite der Landkreis schon an einer „kleinen Lösung“ von Pfaffenhofen/Glonn nach München. Dem A8-Stau könne künftig laut Löwl nur durch zusätzliche ÖPNV-Angebote entgegen gewirkt werden, durch „eine S-Bahn entlang der Autobahn oder eine Hochbahn darüber.“ Das dauere aber noch bis zu 30 Jahren. Das Wachstum des Landkreises könne man nicht verhindern, meinte Löwl außerdem, höchstens versuchen zu steuern: durch Verdichtung und eine mitwachsende Infrastruktur. „Das hat die Politik 20 Jahre verschlafen“, rügte der Landrat und fügte mit einem Augenzwinkern an: „Da war ich noch nicht hier.“ Die nächste Tacheles-Veranstaltungen findet am Mittwoch, 27. März, in Kollbach statt. Im Laufe des Jahres soll auch in Erdweg, Altomünster, Dachau und Karlsfeld diskutiert werden.

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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