Zwei neue therapeutische Angebote eröffnen.

Therapeutische Wohngruppe in Karlsfeld feierte Einweihung

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Any Pfleger, die zwei Pflegerinnen in der Fliederstraße und einige der Kinder waren aufgeregt vor dem Einweihungsfest der Einrichtungen in Karlsfeld.

Karlsfeld - Kinder bekommen neues Heim

Manche Kinder sind ihr Leben lang in einem Heim, obwohl eines oder auch beide Elternteile am Leben sind. 

Diese sind aber nicht im Stande, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Letzten Donnerstag, feierten zwei stationäre Projekte des Kinderschutzes München ihre Eröffnung in Karlsfeld: die Wohngruppe Fliederstraße für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren und das sozialpädagogisch betreute Mutter/Vater-Kind-Wohnen in der Hochstraße. Von den traditionellen Heimen, in denen viel zu viele Kinder untergebracht waren, gingen die Jugendämter und Vereine in den letzten Jahrzehnten dazu über, kleinere Gruppen anzulegen, in denen ausgebildete Fachkräfte die Kinder sieben Tage die Woche ununterbrochen betreuen. 

Seit Herbst 2018 leben sieben Kinder im Sternstundenhaus in der Fliederstraße. „Dank der Unterstützung durch Sternstunden konnten wir das Haus kindgerecht umbauen und sanieren“, erläuterte Sabine Weinberger, Referentin der Geschäftsleitung vom Kindersschutz München. Schwerwiegende Erfahrungen prägen die Kinder, wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern leben können. In der therapeutischen Wohngruppe erleben sie ein geschütztes Umfeld. „Wir bieten den Kindern verlässliche Strukturen, die sie zuhause nicht haben. Sie erlebten Aggressionen oder Misshandlung in ihren Familien“, beschrieb Any Pfleger, Bereichsleitung Stationäre Erziehungsangebote, die Inhalte der pädagogischen Arbeit in der Einrichtung. Seit einigen Jahren sinkt das durchschnittliche Alter der betreuungspflichtigen Kinder. Aus dieser Beobachtung heraus entwickelte der Verein das Konzept der neuen Einrichtung, speziell für jüngere Kinder ab dem vierten Lebensjahr. 

Gründe: Gefährdungssituationen werden früher erkannt. Doch der Druck, dem Familien ausgesetzt sind, steigt ständig – Leistungsdruck, Angst vor Armut, Existenzängste. Psychische Erkrankungen nehmen zu. „Der Blick für die Kinder geht verloren – und damit die Bindung. Gerade bei kleinen Kindern muss schnell gehandelt werden.“, erklärte Weinberger. Seit einigen Wochen ist auch der Umbau in der Hochstraße abgeschlossen. 

Dort betreut der Verein alleinsorgende Mütter mit ihren Kindern. Pädagogen und Pfleger ermöglichen dort wieder eine eigenverantwortliche Lebensführung und Zurückgwinnung einer psychischen Stabilität, die meistens durch Gewalt verloren ging.

ste

Quelle: Dachauer Rundschau

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