„Toilette für alle“ mit Kran und Liege

„Toilette für alle“ mit Kran und Liege

+
Ein Beispiel für eine „Toilette für alle“, die es bald auch auf dem Gelände der Gedenkstätte in Dachau geben wird. In ihr ist es möglich, mit Hilfe eines speziellen Krans und einer Liege, inkontinente Menschen zu wickeln. Ähnliche Toiletten gibt es bereits im Flughafen München.

Dachau - Der Behindertenbeauftragte Hartmut Baumgärtner machte es möglich, eine spezielle Toilette auf dem Gelände der Gedenkstätte zu installieren.

Was müssen Menschen beachten, wenn sie einen Behindertenausweis beantragen wollen? Welche Sonderrechte stehen ihnen damit zu? 

Solche und viele andere Fragen rund um das Thema „Leben mit Behinderung“ beantwortet Hartmut Baumgärtner, der seit 2016 Behindertenbeauftragter des Landkreises und der Stadt Dachau ist. „Mir geht es darum, den Menschen die Hemmungen zu nehmen“, erklärte er. Nicht nur bei schwierigen bürokratischen Themen, sondern auch bei existenziellen Problemen versucht Baumgärtner weiter zu helfen. Denn Armut oder soziale Schwierigkeiten sind Brennpunkte mit denen der Behindertenbeauftragte oft konfrontiert wird. Wie jedes Jahr berichtete Baumgärtner über seine Tätigkeit im Ausschuss für Familie und Soziales letzte Woche: 193 Beratungsstunden absolvierte er allein für die Stadt Dachau. Insgesamt nahm er 276 Auswärtstermine wahr. Auf Nachfrage der Stadträte, welche Neuigkeiten es zu berichten gäbe, erzählte er von einem Herzensprojekt, das jetzt umgesetzt werden konnte: „Auf dem neuen Parkplatz der Gedenkstätte wird es zukünftig eine „Toilette für alle“ geben.“ 

Aufgrund der fragenden Gesichter im Plenum erläuterte er dieses Projekt genauer: „Es handelt sich dabei um einen speziellen Toilettenraum: Das Behinderten-WC, geht nicht nur auf die Bedürfnisse der Rollstuhlfahrer ein, es gibt hier zusätzlich einen Kran und eine Liege, um inkontinente Menschen zu wickeln. So können diese leichter am öffentlichen Leben teilnehmen.“ Baumgärtner fügte hinzu: „Bei „normalen“ Toiletten für Behinderte, müssten die Betroffenen auf dem Fußboden versorgt werden. Das ist menschenunwürdig und hygienisch nicht zu verantworten.“ Die Stadträte bedankten sich bei Baumgärtner für seinen Einsatz und Elisabeth Zimmermann (CSU) lobte: „Ich kann an den Zahlen erkennen, Sie sind überall dabei und bewirken wirklich viel.“ Luise Krispenz (Grünen-Fraktion) wollte von ihm wissen, was in der Behindertenpolitik in Dachau fehlen würde oder was schon gut gelinge. Baumgärtner antwortete: „Es freut mich vor allem, dass viele Dinge inzwischen automatisch und ohne meinen Einsatz funktionieren. Dachau hat was die Barrierefreiheit angeht, in den letzten Jahren einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht, besonders bei neuen Straßenbauprojekten.“ Er bemängelte das fehlende Verständnis Einzelner, das, seiner Meinung nach, noch angestoßen werden müsste. 

Wer Fragen oder Anliegen hat, kann sich jederzeit bei Hartmut Baumgärtner melden. Er ist unter der Telefonnummer 08131/3103542 oder in seinem Büro in der Konrad-Adenauer-Straße 15 zu erreichen.

ste

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Bayern sucht die witzigsten Witze
Bayern sucht die witzigsten Witze
Eltern-Café Dachau-Ost soll helfen schulische Hemmschwellen überwinden
Eltern-Café Dachau-Ost soll helfen schulische Hemmschwellen überwinden
Kartoffelfest im Bezirksmuseum
Kartoffelfest im Bezirksmuseum

Kommentare