Neue Traglufthalle

Trotz Verbesserungen kein "Zuckerschlecken"

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Trotz des schlechten Wetters standen 350 Menschen Schlange, um die Eröffnung der Traglufthalle mitzuerleben.

Bergkirchen - Im GADA-Industriegebiet steht jetzt eine Traglufthalle für 300 Flüchtlinge. Mitte Januar wird sie bezogen.

Es ist eine mächtige Zelt-Konstruktion, die in den letzten Wochen im Industriegebiet an der Autobahn A8 errichtet wurde. Rund 300 Flüchtlinge können dort untergebracht werden; die meisten werden aus der Indersdorfer Tennishalle in das GADA-Zelt umziehen.

Am 5. Januar eröffneten Landrat Stefan Löwl sowie Bergkirchens Bürgermeister Simon Landmann die Halle. Der katholische Pfarrer Stefan Hack segnete das Bauwerk. Ebenfalls vor Ort: Norbert Klose, der neue Sicherheitsbeauftragte des Landratsamts. Das Interesse der Bevölkerung war enorm.

„Wir haben dazu gelernt“

Rund 350 Personen strömten zur Eröffnung ins Zelt – was einige Zeit in Anspruch nahm, denn eine Sicherheitsschleuse sorgt dafür, dass der Luftdruck und die Temperatur in der Halle einigermaßen konstant bleiben. Anders als bei der Karlsfelder Halle, die im letzten Herbst in Betrieb genommen wurde. Auch der Zuschnitt des neuen Zeltes unterscheidet sich stark von seinem Karlsfelder Pendant: Der Schlafbereich ist deutlich vom Sozial- und Essensbereich abgetrennt. Aus Lärmschutzgründen, erklärte Rathaus-Chef Landmann.

Die Sanitär-Container sind an den Seiten des Aufenthaltsbereichs aufgebaut. Ein eigener Gebetsraum ist vorhanden. Außerdem fällt auf, dass die Verstrebungen und Außenwände im GADA-Zelt deutlich stabiler wirken als in Karlsfeld. „Wir haben dazu gelernt“, erklärte Löwl. Der größte Teil der Bewohner wird zu sechst in rund zehn Quadratmeter großen Zimmerchen unterkommen. Außerdem wurden einige Zwei-Personen-Kammern auf jeweils fünf Quadratmetern eingerichtet. Diese Schlafräume verfügen über keinerlei Türen, sie sind nur durch Vorhänge von den Gängen abgetrennt.

1900 Flüchtlinge stehen 16 Landratsamts-Mitarbeitern gegenüber

Pfarrer Hack empfahl den Besuchern: „Gehen Sie raus und erzählen Sie, dass das Leben hier kein Zuckerschlecken ist.“ Der Landrat wies auf die wachsenden logistischen Probleme seines Amtes hin: Zurzeit seien knapp 1900 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht, wöchentlich kämen 66 Personen hinzu. Dem stünden im Landratsamt nur 16 Mitarbeiter gegenüber. „Wir müssen deswegen viel stärker als bisher nach einem einheitlichen Schema arbeiten und können weniger auf Einzelfälle eingehen“, fügte Löwl hinzu.

Angesichts der jüngsten Schlägerei in der Dachauer Berufsschulturnhalle betonte der Landkreis-Chef: „90 Prozent der Personen, die zu uns kommen, halten sich an die Regeln und sind guten Willens.“ Gegenüber den wenigen „Störenfrieden“ wolle man aber in Zukunft „keine Toleranz“ walten lassen, so Löwl weiter. Sollte es zu dennoch Zwischenfällen kommen, solle man sich unbedingt an seine Behörde und die Polizei wenden. Aber nicht allgemein, sondern sehr konkret: „Wir müssen die Personen kennen, nur dann können wir uns um sie kümmern“, sagte der Landrat.

Mitte Januar sollen die ersten Flüchtlinge eintreffen.

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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