Gemeinderäte diskutierten über die Erziehung zum Radfahren.

Verkehrswende im Ludl-Gelände Karlsfeld

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Von der Münchner Straße (ganz rechts) in Karlsfeld erstreckt sich das Ludl-Baugebiet nach Südwesten mit ellipsenförmigem Hotel neben der Ludl-Kapelle. Von hier bis zur Nibelungenstraße wird die Gartenstraße (hinter der ersten Gebäudezeile) verlängert.

Karlsfeld - Neues Mobilitätskonzept mit weniger Parkraum

Das größte Bauprojekt der Karlsfeld in den vergangenen Jahren, das Ludl-Gelände, ist wieder einen Schritt weiter. 

In einer Sondersitzung billigte der Gemeinderat, gegen die vier Stimmen des Bündnisses für Karlsfeld, sowohl die im Vergleich zur Stellplatzsatzung stark verringerte Parkplatzanzahl sowie das Mobilitätskonzept. Während Bündnis-Gemeinderäte wie Birgit Piroué, Bernd Rath oder Peter Neumann anzweifelten, dass 883 statt 1036 Stellplätze fürs Ludl-Gelände ausreichen würden, warfen die CSU-Gemeinderäte dem Bündnis süffisant vor, das Auto zu verteidigen: „Wenn wir nicht den Mut haben, mit der Verkehrswende anzufangen, werden wir scheitern“, mahnte CSU-Fraktionschef Bernd Wanka. Ins gleiche Horn stieß Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU): „Wir müssen einfach mal anfangen.“ Wanka sprach sogar von einem Erziehungseffekt beim Bürger. Wie das wirkt, zeigte sein Parteifreund Wolfgang Offenbeck auf. Er habe mittlerweile das Radfahren neu entdeckt. Doch Piroué entrüstete sich, die Gemeinderäte seien nicht dafür gewählt, Bürger zu erziehen.

Das Mobilitätskonzept fürs Ludl-Gelände sieht vor, die Gartenstraße über die Münchner Straße hinaus nach Südwesten zu verlängern. Für den motorisierten Individualverkehr (MIV) ist jedoch auf halber Strecke zur querenden Nibelungenstraße beim Quartiersplatz Schluss. Hier beginnt eine Fußgängerzone, die auch das mittlere Stück der Nibelungenstraße umfasst. Der MIV endet meist in Tiefgaragen unter den Gebäuden. Wenn diese nicht tiefer als eine Etage liegen, stört das auch nicht den unterirdischen Grundwasserfluss. Notfalls sollen Geländewagen-taugliche Duplex-Garagen dieses Ziel sichern. Neben dem Quartiers- platz ist eine Kindertagesstätte vorgesehen. Blickfang wird jedoch ein ellipsenförmiger Hotelbau sein, der durch eine Grünfläche von der Münchner Straße und der Ludl-Kapelle getrennt wird. Rechtwinklig zweigt davon nach Südwesten ein 17 Meter breiter Grünstreifen zur Würm-aue ab. Zum Konzept gehören auch flankierende Maßnahmen wie Fahrrad-Abstellanlagen, ein Lastenradverleih, ein Quartierssekretariat und vieles mehr. Beate Full (SPD) fragte sich nur, wer das bezahlt. Letztlich wird es wohl an der zukünftigen Eigentümergemeinschaft hängen bleiben.

srd

Quelle: Dachauer Rundschau

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