Dachau/ interkultureller Dialog

„Jüdinnen zu mieten"

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Gertrud Schmidt-Podolsky, Markus Erhorn, Valeriya Golodyayevska, Thomas Mittermeier, Eva Haller, Edgar Forster und Maria Belanovskaia-Fischer (von links nach rechts) setzen sich für den interkulturellen Dialog ein. 

Dachau - Der Kreisverband des Bayernbundes lud zum interreligiösen Dialog.

Im Rahmen des Projekts „Rent a Jew“, das sich für die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden einsetzt, folgten Eva Haller, Präsidentin der Janusz Korczak Akademie München und ihre Mitarbeiterin Valeriya Golodyayevska, der Einladung Edgar Forsters, Vorsitzende des Bayernbunds im Landkreis Dachau, in den Zieglerbräu. Die 69-jährige Referentin Eva Haller berichtete, dass ihre Mutter, eine Holocaust-Überlebende, nach der Devise lebte, den Rucksack mit Hass, den sie zuerst durch Leben schleppte, durch Liebe zu ersetzen. Dies sei auch ihre Motivation geworden den interreligiösen Dialog zu suchen, erläuterte Haller und stellte sich Fragen aus dem Publikum. Sie erklärte Essensvorschriften wie „koscher“ und den Unterschied zwischen orthodoxem und liberalem Judentum, das im Gegensatz zum Katholizismus keine zentrale Glaubensinstanz kenne. Das Judentum sei im deutschen Staatsvertrag anerkannt, das heißt, dass Juden Kirchensteuern zahlen und Kinder von staatlich geprüften Religionslehrern unterrichtet werden. Beunruhigt zeigte sich Haller über den zunehmenden Antisemitismus von Deutschen, aber auch von muslimischer Zuwanderern. „Ich persönlich empfinde die Bedrohung durch manche Muslime größer, als die Bedrohung durch eine Partei wie die AfD“, erklärte die 21-jährige Goloyayevska, ein Statement, das zu einer lebhaften Diskussion führte.

kog

Quelle: Dachauer Rundschau

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