Zu viel Bio im Müll

Dach

au (hek) Von 1994 bis 2010 ist die Restmüllmenge pro Einwohner um gut acht Prozent auf 133 kg im Jahr gestiegen. Auf Antrag des ödp-Kreisrats Georg Weigl nahm die Verwaltung des Landratsamts diesen Trend zum Anlass, um mögliche Ursachen und Abhilfemaßnahmen zu beleuchten. Einerseits sei das gestiegene Restmüllaufkommen darauf zurückzuführen, dass vermehrt Bioabfälle im Restmüll landen. Es wird geschätzt, dass rund zehn Prozent der angeblichen Eigenkompostierer zu Unrecht von der Biomülltonnenpflicht befreit sind. Nun möchte der Landkreis die Maßnahmen zur Förderung der Abfallvermeidung und Mülltrennungsbereitschaft verstärken. Dies sind neben der Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit an Schulen auch strengere Richtlinien bei der Antragstellung zur Befreiung von der Biotonne. Künftig sollen nur noch Haushalte befreit werden, die über eine Gartenfläche von mindestens 25 Quadratmetern pro Person verfügen – nur dann sei eine ordnungsgemäße Eigenkompostierung möglich. Des weiteren will man sich auch um die Verbesserung der Mülltrennung in großen Wohnanlagen kümmern. Im Gespräch ist auch die Einführung einer so genannten trockenen Wertstofftonne, die voraussichtlich die bisherige Gelbe Tonne ablösen wird. Dem steht Landrat Hansjörg Christmann (CSU) jedoch recht kritisch gegenüber: „Alles in eine Tonne zu werfen ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir sollten besser unser duales System weiterverfolgen und gegebenenfalls verfeinern.“

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