Virtuelles Gedenken zum 76. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau

KZ-Gedenkstätte Dachau
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Wie die KZ-Gedenkstätte Dachau mitgeteilt hat, wird auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie das Gedenken anlässlich des 76. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau im virtuellen Raum stattfinden.

Auch in diesem Jahr wird wegen der anhaltenden Corona-Pandemie das Gedenken anlässlich des 76. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau im virtuellen Raum stattfinden. Die KZ-Gedenkstätte Dachau, die Stiftung Bayerische Gedenkstätten und das Comité International de Dachau laden alle Gäste und Interessierten ein, das umfangreiche Programm aus verschiedenen digitalen Veranstaltungen und Formaten auf der Website der Gedenkstätte zu begleiten. Zwischen dem 29. April und 2. Mai 2021 werden über https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/liberation Livestreams, Videos und Live-Gespräche übertragen.

Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags: „Die Erfahrungen des letzten Jahres haben einmal mehr verdeutlicht, dass die Arbeit in den Gedenkstätten nicht nur wichtig – ja unersetzlich – ist, sondern sich auch im Wandel befindet. Die vorübergehende Schließung der Gedenkstätten beschleunigte die Formen der digitalen Vermittlung.“

„Viele Zeitzeugen – Überlebende wie Befreier – wären sehr gerne nach Dachau gekommen und hatten sich nach der Absage im letzten Jahr darauf gefreut, das nun nachzuholen. Wir bedauern sehr, dass wir auch dieses Jahr wieder auf die vielen persönlichen Begegnungen verzichten müssen. Jedoch freuen wir uns umso mehr über das vielseitige Programm, das wir für das digitale Gedenken zusammenstellen konnten. Die Zeitzeugen, aber auch deren Nachkommen haben uns hierbei ganz großartig unterstützt. Ihre vielen Beiträge sind Leitmotiv und Rahmen der vielen Veranstaltungen“, so Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Den Anfang macht am 29. April um 11 Uhr ein Stilles Gedenken mit Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Dies ist die einzige Präsenzveranstaltung in diesem Jahr, an der Abba Naor, Vizepräsident des Comité International de Dachau und Überlebender des KZ Dachau, Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, sowie Karl Freller ihre Teilnahme zugesagt haben. Sie wird in kleinem Rahmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Anschließend beginnt mit der „Werkstatt der Erinnerung“ ein umfangreiches digitales Programm, das auf verschiedenen Ebenen den historischen Fokus auf das Ereignis der Befreiung sowie die individuellen Geschichten der ehemaligen Häftlinge aufgreift und den Blick auch in Richtung Zukunft und die Frage, wie künftiges Gedenken aussehen wird, wendet. In Zeitzeugengesprächen mit den Überlebenden Georg Heller und Peter Gardosch sowie zahlreichen Videobotschaften von Überlebenden und Befreiern möchte die Gedenkstätte im virtuellen Raum Platz für Begegnung und Austausch schaffen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt auf den Nachkommen der Überlebenden, die in persönlichen Videobotschaften zu Wort kommen. Zudem konnte die Familie von Max Mannheimer für ein Live-Gespräch gewonnen werden. Weitere Programmpunkte sind eine Podiumsdiskussion der Universität Augsburg unter Beteiligung der Gedenkstättenleiterin Dr. Gabriele Hammermann mit dem Thema „Was bleibt von der Erinnerung? Zur Rolle der KZ-Gedenkstätten im 21. Jahrhundert“ sowie zwei Preisverleihungen des Comité International de Dachau.

Mit einem zentralen Gedenkakt wird an die Opfer des Konzentrationslagers Dachau und die Befreiung der Überlebenden durch die US-Armee am 29. April 1945 erinnert. Die traditionelle Feier wird mit virtuellen Redebeiträgen unter anderem der Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, dem bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Michael Piazolo, in Vertretung der Bayerischen Staatsregierung, sowie dem Präsidenten des Comité International de Dachau, General Jean-Michel Thomas, ergänzt mit Live-Aufnahmen vom Gelände der Gedenkstätte, ins Digitale übertragen. Teil dessen ist auch ein Videostream der gestifteten Kränze, die leider wieder ohne Zeremonie und Teilnehmende niedergelegt werden.

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